Zur mobilen Website wechseln?

ALMA-Observatorium

Astronomen entdecken organische Substanz im Weltraum

Eine Forschergruppe aus Deutschland und den USA hat im interstellaren Raum zum ersten Mal ein kohlenstoffhaltiges Molekül mit verzweigter Struktur nachweisen können. Diese Entdeckung bildet eine Grundlage für die Existenz von irdischem Leben.

ALMA (Chile). Einer internationalen Forschergruppe des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn, der amerikanischen Cornell Universität und der Universität zu Köln, ist eine bemerkenswerte Entdeckung gelungen: das Molekül mit der Bezeichnung iso-Propylcyanid als Bestandteil der Gaswolke Sagittarius B2. Dieser Bereich beschreibt einen großen Fundus an komplexen Molekülen und befindet sich ist nahe vom Zentrum der Milchstraße in einer Entfernung von 27.000 Lichtjahren zur Sonne.

Ungewöhnliche Struktur der Kohlenstoffatome

Seit den 1960er Jahren wurden im interstellaren Raum 180 unterschiedliche Moleküle entdeckt. Eine Eigenschaft dieser Teilchen ist die ausgehende Strahlung mit jeweils eigenen Wellenlängen. Diese Muster führen schließlich zur Identifizierung neuer Moleküle. Im Fall des jetzt beobachteten organischen iso-Propylcyanid liegt eine Verwandtschaft zu dem bereits bekannten normal-Propylcyanid vor. Normalerweise beschreiben diese Teilchen eine bestimmte Struktur aus einem Rückgrat aus Kohlenstoffatomen, die an einer Kette angeordnet liegen. Das iso-Propylcyanid zeigt eine neuartige Struktur mit einem zusätzlichen Ast. Der Ko-Autor und Spektroskopiker an der Universität zu Köln, Holger Müller unterstreicht die Bedeutung dieser Entdeckung: „Es ist das erste Mal, das ein Molekül aus Kohlenstoff im interstellaren Raum gefunden wurde“.

ALMA-Observatorium in Chile bietet bisher unerreichte Beobachtungsmöglichkeiten

Arnaud Belloche vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn äußert sich auch zur verwendeten Technik. Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in Chile bietet die Möglichkeit den molekularen Anteil der Sternenregion von Sagittarius B2 zu erforschen. Erst durch die Leistungsfähigkeit dieser Einrichtung war es möglich, eine komplexe spektrale Durchmusterung durchzuführen. Bisherige Analysen ergaben viel schwächere Auflösungen, die Möglichkeiten des ALMA sind etwa 10-mal so gut. Auch der zeitliche Faktor spielt eine entscheidende Rolle.

Mit der Entdeckung von iso-Propylcyanid werden die Grenzen der Chemie von Sternentstehungsgebieten erweitert. Weiterhin ist es ein Zeichen für das Vorhandensein von Aminosäuren, bei denen eine solch verzweigte Struktur eine Schlüsselgröße darstellt.

0 Kommentare

Schreib uns deine Meinung
Diese Seite ist geschützt durch reCAPTCHA und es gelten folgende Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen von Google.