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Historisches Fundstück

Untersuchung des Ziegels vom Turm zu Babel

Erstmals wurde der im Jahre 1913 entdeckte Ziegel, der mit großer Wahrscheinlichkeit zum Turm zu Babel gehörte, in einem Computertomografen analysiert. Die Ergebnisse lassen die Forscher vermuten, dass es sich tatsächlich um einen Lehmziegel aus dem Jahr um 550 v. Chr. handelt, welcher zum Turmbau benutzt wurde.

Münster (Deutschland). Der Turm zu Babel wird nur mit neun Versen im Alten Testament erwähnt. Dennoch zählen die wenigen Wörter mit zu den bekanntesten Stellen in der Bibel. Sinngemäß ist geschrieben, dass die Menschen, um mit Gott gleichzukommen, einen gewaltigen Turm bauen wollten. Wegen dieser Selbstüberhebung brachte Gott den Turmbau zum Stillstand, indem er eine Sprachverwirrung hervorruf, welche wegen unüberwindbarer Verständigungsprobleme den Bau des Turms zu Babel zum Stillstand brachte.

Im Jahr 1913 fand deutsche Robert Koldewey das Fundament des Turms zu Babel in Babylon im heutigen Irak. Heute gibt es noch etwa 155 Steine, verstreut in Museen auf der ganzen Welt. „Die genaue Zusammensetzung der Steine ist unbekannt“, erklärt Jan Graefe vom Bibelmuseum Münster, der dein Stein jetzt mit Forschern von der Universität Münster untersucht.

Scans bestätigen den Verdacht

Der rund acht Kilogramm schwere Lehmziegel stammt aus der Zeit des babylonischen Königs Nebukadnezar, der im Jahr 562 v. Chr. verstarb. In dem sandgrauen Stein ist zudem eine Inschrift, die besagt, dass dies ein Stein des Turms zu Babylon ist. Mit Hilfe eines Computertomografen haben Forscher nun erstmals die Zusammensetzung des Ziegels analysiert. Die CT-Bilder sind so klar, dass man bei dem rund 2.500 Jahre alten Stein sogar nachvollziehen kann, wie der Stempelabdruck mit der Inschrift in den noch feuchten Stein gedrückt wurde.

„Es stimmt was in der Bibel steht“, erklärt Graefe. Der Scan brachte die alten Pflanzenreste, vermutlich Gras oder Stroh, zum Vorschein und auch den in der Bibel beschriebenen Bitumen konnte mit modernster Technik nachgewiesen werden. Die Forscher stellten jedoch fest, dass es sich nicht nur um herkömmlichen Bitumen handelt, da dieser eine mikroskopische Struktur aufweist, die heutige in moderne Hochleistungsklebebändern zu finden sind.

Das Bibelmuseum, welches die Untersuchung bei der Universität Münster anfragte, ist überrascht, dass die Experten so viele Details des Lehmziegels entschlüsseln konnten. „Man müsste einige der anderen weltweit verstreuten Steine aus Koldeweys‘ Sammlung untersuchen und miteinander vergleichen. Man könnte dadurch vielleicht die Lage der Steine im Turm nachvollziehen“, so Graefe.

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