Steinzeitstätte

Stonehenge war von zahlreichen Tempeln umgeben

D. Lenz

Das Rätsel um Stonehenge beschäftigt Archäologen seit Jahrhunderten. Was war der eigentliche Zweck der astronomisch ausgerichteten Steine und wie sah es dort vor 4.000 bis 6.000 aus? Mithilfe von Metalldetektoren und Bodenradar konnten Archäologen jetzt eine erstaunliche Entdeckung machen.

Amesbury (England). Der prähistorische Steinkreis Stonehenge gehört zu den mysteriösesten und berühmtesten Stätten in Europa. Archäologen glauben, dass Stonehenge vor rund 4.000 Jahren eine wichtige religiöse Stätte war. Heute wird vermutet, dass es sich bei dem imposanten Monument aus Stein um eine Art Kalender, der die Sommer- und die Wintersonnenwende vorausgesagt hat, gehandelt haben könnte. Die zum Bau verwendeten Steine kommen nicht aus der direkten Region, sondern aus dem mehr als 380 Kilometer entfernten Steinbruch in Pembrokeshire.

Zahlreiche Tempel und Gräber umgaben Stonehenge

Der Projektleiter Vincent Gaffney und sein Archäologen-Team haben in einem vier Jahre dauernden Projekt herausgefunden, dass Stonehenge unter der Erde weitere Geheimnisse verbirgt. Die britischen Archäologen haben mit Metalldetektoren und Bodenradar ein Gebiet von zwölf Quadratkilometer um Stonehenge untersucht.

Jetzt ist klar, dass Stonehenge nicht alleine in der Landschaft stand, sondern von zahlreichen Tempelanlagen und Hunderten Gräbern umgeben war. Die Archäologen schätzen, dass es sich bei den Holz- oder Steinstrukturen im Boden um rund 6.000 Jahre alte Gebäude handelt. Damit ist bewiesen, dass Stonehenge damals ganz anders aussah, als wie wir es heute kennen. "Die Funde werden unsere Sichtweise auf Stonehenge völlig verändern", fügte Gaffney hinzu.

So haben die Archäologen ein 33 Meter langes Grab mit einem massiven Holzhaus lokalisieren können. Sie vermuten, dass dort komplexe Rituale mit Toten stattgefunden haben. Zudem haben sie Erkenntnisse zu Hunderten von Grabhügeln aus der Bronze- und Eisenzeit sowie zu römischen Siedlungen und Feldern gewonnen.

Stonehenge im Zentrum ritueller Anlaufpunkt

"Unsere Arbeit zeigt, dass Stonehenge keine isolierte Anlage am Rand der Salisbury-Ebene war, sondern das Zentrum verstreuter ritueller Monumente, die im Laufe der Zeit immer mehr erweitert wurden", erklärt Gaffney. "Der Steinkreis habe vermutlich Menschen aus weiten Teilen des Landes angezogen, die ihre eigenen Schreine und Tempel gebaut hätten."

Die Archäologen haben ihre Funde in einer digitalen Karte festgehalten. Ob in der Zukunft Ausgrabungen stattfinden sollen, ist derzeit aber noch ungewiss.

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