Von: Dennis L.
Dürre und Ernteausfälle

Maya führten Klimawandel selbst herbei

Über Jahrhunderte erblühte die Kultur der Maya in Mittelamerika. Doch vor knapp tausend Jahren ging die gesamte Kultur zugrunde. Nun fanden Forscher in einer unscheinbaren Tropfsteinhöhle den Grund, der vermutlich zum rasanten Ende der Hochkultur führte.

Eine alte Tempelanlage der Maya.
© Jan Harenburg / wikipedia.org

Pennsylvania (U.S.A.). Die Maya, welche sich bereits 2.000 Jahren vor Christus in Mittelamerika ansiedelten, gelten bis heute als einmalige Hochkultur. Sie haben im Laufe Ihrer Existenz eine Fläche von mehr als 350.000 Quadratkilometern besiedelt, dies entspricht in etwa Größe von Montana, dem viertgrößten Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Über eine Bevölkerungsanzahl der Maya zu Hochzeiten ist nicht viel bekannt. Jedoch bauten die Maya schon vor tausenden von Jahren Megastädte, welche bis zu 50.000 Einwohner hatten. Neuste Schätzungen gehen von einer Bevölkerungsanzahl von etwa zehn Millionen Menschen aus.

Dank des hohen technischen Verständnis schienen die Maya vor schlechten Zeiten gut gewappnet zu sein. Sie besaßen beispielsweise ein gut durchdachtes Kanalsystem, welches es ihnen ermöglichte riesige landwirtschaftliche betriebe Flächen zu bewässern. Selbst Wasserspeicher und Filtersysteme zur Wasseraufbereitung gehörten schon vor tausenden Jahren zum Alltäglichen. Doch nun sind sich Forscher sicher, dass immer wiederkehrende Dürreberioden das Aus für die Hochkultur bedeuteten.

Douglas Kennett von der Pennsylvania State University und seine Kollegen berichten gegenüber dem Fachjournal Science, dass immer neue Dürreperioden den Untergang der Maya besiedelten. Erst wurde das Volk der Maya von Jahr zu Jahr geschwächt, was auch neuste Knochenfunde von verhungerten Kindern belegen. Schließlich verschwand das damalige Volk komplett und hinterließ beeindruckende Bauwerke, die bis zur Erfindung des sicheren Fahrstuhls im Jahre 1853, die höchsten Gebäude der Welt waren.

Grund zu der Annahme des Untergangs durch Trockenperioden gaben Kalkablagerungen in der Yok-Balum-Höhle. Die Forscher konnten in der Höhle anhand verschiedener Sauerstoff-Isotope die Niederschlagsmenge von 300 bis 1100 nach Christus rekonstruieren. Die gewonnene Niederschlagskarte verglichen die Forscher mit dem Zustand der Maya-Kultur. Möglich machen dies sehr präzise Aufzeichnungen der Maya, welche sich in den Schriften der Tempelanlagen zu Hauf finden lassen. Die Forscher fanden zeitliche Übereinstimmungen mit langanhaltenden Dürren und Unruhen in den Städten. Die Auswertung ergab, dass es den Maya zwischen den Jahren 400 und 660 nach Christus prächtig ging. Die Städte expandierten und der allgemeine Wohlstand in der Bevölkerung stieg. zeitgleich konnten sich die Maya über viel Regen freuen, welche die zahllosen Felder ausrechend bewässerte. Danach jedoch suchten immer wiederkehrender Dürreperioden das Volk heim. Als direkte Folge ließ die Agrarproduktion stark nach. Die zentrale Herrschermacht zerbrach und spaltete die Kultur in viele kleinere Gemeinschaften. Der allgemeine, politische und gesellschaftliche Niedergang der Maya-Kultur stand bevor.

Zwei besonders starke Dürreperioden besiegelten den endgültigen Untergang der Maya. So fanden die Forscher heraus, das im Jahr 1020 und im Jahr 1100 zwei außergewöhnliche Dürrejahre die der Maya-Kultur heimsuchten, welche der technisch hochzivilisierten Kultur den endgültigen Todesstoß gab.

"Die Effekte von Klimaänderungen sind komplex und verlaufen auf verschiedenen Zeitskalen. Abrupte Klimawandel sind sicherlich nur ein Teil der Geschichte der Maya", sagt Hauptautor der Studie Kennett. "Die vorhergehenden Bedingungen, die Komplexität der Gesellschaft förderten, bauten sozusagen die Bühne auf für die späteren Probleme und den Niedergang der politischen Institutionen."

Die gewonnenen Daten aus der Tropfsteinhöhle liefern die bisher genausten Angaben zum Niederschlag in der Maya-periode. Der Untergang der Maya-Kultur durch außergewöhnliche Dürreperioden wurde schon lange vermutet, jetzt haben die Wissenschaftler den Beweis für diese These. Die Maya haben den Klimawandel, der die Dürren auslöste, selbst verursacht. Die Kultur sei einfach zu schnell gewachsen und habe zu viel Waldflächen abgerodet, berichten die Forscher. So steuerten die Maya in eine Katastrophe, die sie zu der zeit noch nicht absehen konnten.

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