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Rätselhafte Symbole

Fortschritte bei der Entschlüsselung des Diskos von Phaistos

Der Diskos von Phaistos ist ein einmaliges Artefakt aus der Bronzezeit. Seit dem Fund im Jahr 1908 ist es bislang niemanden gelungen, die spiralförmig angeordneten Schriftzeichen vollständig zu entschlüsseln. Nun ist es zwei Wissenschaftlern gelungen, zumindest einen Teil der Inschrift zu identifizieren.

Wien (Österreich). Bei dem altertümlichen Artefakt, dem Diskos von Phaistos handelt es sich um eine beidseitig bedruckte, etwa 2,1 Zentimeter dicke Tonscheibe. Der scheibenförmige Gegenstand wurde bei Ausgrabungen auf Kreta in einer Nebenkammer der Palastanlage von Phaistos geborgen. Es handelt sich um eine gebrannte Tonscheibe, die mit 241 Segmenten bedruckt ist. 45 verschiedene Zeichen beschreiben zum Beispiel Tier- und Pflanzenmotive. Die Ausrichtung der Inschrift ist spiralförmig. Als Besonderheit gilt hierbei der erste, zumindest der erste bekannte Druck mit wiederverwendbaren Zeichen. Über die Herkunft und die Bedeutung der Tonscheibe, sogar über die Echtheit und die Leserichtung der abgebildeten Schriftzeichen gab es immer wieder Unklarheiten und Diskussionen.

Ein Teil der Bedeutung scheint nun entschlüsselt

Bei den 45 unterschiedlichen Zeichen finden sich Motive aus der Tier- wie auch aus der Pflanzenwelt wieder. Weitere beschreiben Gegenstände wie Werkzeuge oder auch Kleidung, aber auch Menschen werden symbolisiert. Zu jedem einzelnen Motiv gibt es bereits mehr oder weniger ausführliche Beschreibungen. Bisher unbekannt blieb aber die Bedeutung im Einzelnen aber auch im Kontext der gesamten Inschrift. Dazu haben der in Iraklio tätige Linguist Gareth Owens und John Coleman von der Universität Oxford Fortschritte erzielen können.

Auch wenn die einzelnen Symbole nicht offensichtlich darauf hindeuten, bezieht sich der Inhalt der Inschrift auf eine Form der Weiblichkeit als Mutter oder Göttin und wird dort als Ique bezeichnet. Iqepaje steht weiterhin für die glanzvolle Mutter oder glanzvolle Göttin. Dank dieser Entschlüsselung wird auch die Bedeutung des Artefakts klarer. Mit diesem bedruckten Tondiskos wollte man der Götter aus der spätminoischen Zeit ehren. Die Herstellung der Scheibe wird auf 1550 v. Chr. datiert.

Viele unterschiedliche und sehr genaue Drucksymbole werfen weiterhin Fragen nach dem Zusammenhang auf

Zu den verschiedenen, auf beiden Seiten der Tonscheibe eingelassenen Drucken gehören exakte Abbildungen wie ein marschierender Fußgänger, ein Kopf mit Federschmuck oder ein an den Händen gefesselter Gefangener. Weiterhin prägen auch unterschiedliche Waffenarten das Sinnbild der Inschrift. Der Diskos wird unter Fachleuten auch als urtümliche CD benannt. Seit dem Fund Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich 26 Wissenschaftler an der Entzifferung des Diskos von Phaistos versucht.

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