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Monumente der Khmer

Den Tempelanlagen um Angkor Wat droht der Zerfall

Den berühmten Tempelanlagen um Angkor Wat droht der Zerfall. Langfristig könnten vor allem das Grundwasser und die Temperaturschwankungen in der Region das Sandgestein der Tempel des mächtigen Königreichs der Khmer mürbe machen und die prächtigen Gebäude zum Einsturz bringen.

Angkor (Kambodscha). Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Kambodschas sind die alten Tempelanlagen des einst mächtigen Königreichs der Khmer, welches das kambodschanische Tiefland zwischen dem 9. Und dem 15. Jahrhundert dominierte. Das wohl bekannteste Gebäude aus jener Zeit ist die Tempelanlage Angkor Wat, das größte sakrale Bauwerk der Welt.

Doch an den prächtigen Bauwerken aus Sandgestein nagt der Zahn der Zeit. Bereits jetzt finden sich an vielen Gebäuden Holzstützen, die die Tempelanlagen vor dem Einstürzen schützen sollen. Experten befürchten, dass die Ruinen den Umwelteinflüssen nicht mehr lange standhalten werden. Aus diesem Grund haben Fulong Chen und seine Kollegen von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking den aktuellen Zustand der Tempelanlagen genauer analysiert und simuliert, wie sich Umwelteinflüsse auf den Verfall der Ruinen auswirken werden.

Eine große Sorge der Experten: Durch den zunehmenden Tourismus steigt seit Jahren der Wasserverbrauch in der Region. Dadurch könnte auf lange Sicht der Grundwasserspiegel sinken, was zur Folge haben kann, dass der Boden, auf dem die berühmten Ruinen stehen, absackt. Aber nicht nur der fallende Grundwasserspiegel ist eine Gefahr für die Monumente, wie die Wissenschaftler bei ihren Simulationen herausgefunden haben.

Keine akute Gefahr, aber…

Chen und seine Kollegen haben mit Hilfe modernster Radartechnologie und hochauflösenden Satellitenbildern die akute Bedrohung der historischen Ruinen im etwa 400 Quadratkilometer großen Angkor Archaelogical Park untersucht. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Entnahme von Grundwasser aus Brunnen, entgegen der Befürchtung, die Stabilität der Ruinen im Beobachtungszeitraum zwischen 2011 und 2013 nicht akut bedroht“, wie die Wissenschaftler im Fachjournal Science Advance berichten. Die Auswertung aller Daten hat keinerlei Anzeichen auf Bewegungen oder Deformationen der Landschaft ergeben.

Auch wenn die historischen Tempelanlagen nicht unmittelbar einsturzgefährdet sind, so haben Modellrechnungen auf Grundlage der neusten Daten und Informationen jedoch gezeigt, dass die berühmten Ruinen um Angkor Wat dennoch in großer Gefahr sind.

Auch wenn der Verfall sich voraussichtlich noch einige Jahrzehnte hinzieht, leiden die Bauwerke unter den natürlichen Grundwasserschwankungen, dem Bewuchs durch Pflanzen, dem wetterbedingten Zerfall des Sandsteins sowie unter den hohen Temperaturen, wodurch sich verschiedene Baumaterialien unterschiedlich stark ausdehnen.

Schutzmaßnahmen werden für den Erhalt unabkömmlich sein

Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse können aber dabei helfen, den weiteren Zerfall der Ruinen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Zu diesen Schutzmaßnahmen zählen vor allem die Fundamente der Gebäude zu verstärken, regelmäßig den Sandstein reinigen, den Grundwasserspiegel in der Nähe der Bauwerke künstlich stabil zu halten sowie bei der Restaurierung der Gebäude darauf zu achten, dass die verwendeten Materialien sich ähnlich stark ausdehnen wie das Ursprungsbaumaterial.

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