700.000 Fotos

3D-Scan zeigt Wrack der Titanic erstmals komplett

Robert Klatt

3D-Scan des Titanic-Wracks )nallegaM / snoitcudorP citnaltA(Foto: © 
Auf den Punkt gebracht
  • Unterwasserfahrzeuge haben 700.000 Fotos des Titanic-Wracks gemacht, die zu einem kompletten 3D-Scan zusammengesetzt wurden
  • Die erste vollständige Aufnahme soll neue Erkenntnisse zum Untergang des Luxusdampfers ermöglichen

700.000 Fotos, die zu einem 3D-Scan zusammengesetzt wurden, zeigen erstmals das komplette Wrack der Titanic. Die Aufnahmen ermöglichen neue Erkenntnisse zum Untergang des Luxusdampfers.

London (England). Die Titanic sank im April 1912 bei ihrer Jungfernfahrt von Southampton, England, nach New York. Sie kollidierte mit einem Eisberg und sank, wobei 1500 Passagiere ihr Leben verloren. Seit ihrer Entdeckung im Jahre 1985, gelegen in der rauen See, rund 650 Kilometer vor der kanadischen Küste, ist die Titanic Gegenstand ausgiebiger Untersuchungen. Doch die Erkundung der Titanic bleibt eine Herausforderung, da die lichtlosen Tiefen des Ozeans nur begrenzte visuelle Aufnahmen erlauben und daher meist nur Bruchstücke des Schiffswracks eingefangen werden können.

Mehr als ein Jahrhundert nach dem katastrophalen Ereignis hat die BBC diese bemerkenswerten Aufnahmen veröffentlicht, die das Schiff in den kalten Tiefen des Atlantiks, rund 4000 Meter unter der Oberfläche, darstellen. Nach Angaben der BBC handelt es sich um die erste vollständige digitale Darstellung des historischen Wracks. Die Wissenschaft erhofft sich, dass die Aufnahmen neue Erkenntnisse über den Untergang des Luxusdampfers ermöglichen.

700.000 Fotos bilden 3D-Scan

Die nun veröffentlichen, präzisen Bilder stammen aus dem letzten Sommer. Spezialisierte Unterwasserfahrzeuge erstellten in über 200 Stunden mehr als 700.000 Bilder des Schiffswracks. Diese wurden anschließend zu einem 3D-Scan zusammengesetzt. Gerhard Seiffert, der leitende Projektkoordinator der Expedition, versicherte der BBC, dass während des gesamten Prozesses größte Sorgfalt walten gelassen wurde, um das empfindliche Wrack nicht zu stören oder zu beschädigen.

Kollission mit einem Eisberg?

Die hochauflösenden Aufnahmen offenbaren feinste Einzelheiten, bis hin zur Seriennummer des Propellers des Schiffes. Sie könnten ein unerlässliches Werkzeug für Historiker und Wissenschaftler darstellen, um die präzisen Ereignisse, die zum Untergang des Passagierschiffs im April 1912 führten, zu entschlüsseln. Parks Stephenson, ein langjähriger Titanic-Forscher, äußerte gegenüber der BBC seine Erleichterung und Hoffnung.

„Jetzt können wir die ›Titanic‹ endlich in Gänze betrachten, nur basierend auf Beweisen und Daten.“

Er hofft, dass diese neue Herangehensweise weitere Aufschlüsse gibt. Zum Beispiel bleibt die Frage offen, ob die Titanic tatsächlich, wie oft in Filmen dargestellt, seitlich mit dem Eisberg kollidiert ist, oder ob sie möglicherweise frontal auf den Eisberg zusteuerte.

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