Infektionskrankheiten

Was ist der Unterschied zwischen Endemie, Epidemie und Pandemie?

Beim Thema Infektionskrankheiten tauchen immer wieder die Wörter Endemie, Epidemie oder Pandemie auf. Aber was bedeutet die Begriffe eigentlich und worin besteht genau der Unterschied?

Keine Infektionskrankheit gleicht einer anderen. So haben einige Erkrankungen nur sehr milde Symptome, andere Krankheiten lassen sich nicht oder nur sehr schwer behandeln und wieder andere haben eine sehr hohe Sterblichkeitsrate. Es gibt auch Krankheiten, die äußerst selten sind oder nur in bestimmten Regionen der Erde auftreten. Wieder andere Krankheiten sind hochgradig ansteckend und verbreiten sich wie ein Lauffeuer um den Globus während es auch Krankheiten gibt, die bereits ausgerottet wurden und welche, die immer wieder erneut auftreten. Wirft man einen Blick auf Ebola, HIV, die Grippe oder das Coronavirus, welches sich Ende 2019/Anfang 2020 in der Welt verbreitete, so werden die Unterschiede zwischen den Krankheiten schnell und deutlich sichtbar. Im Zuge bestimmter Krankheiten tauchen auch immer wieder die Begrifflichkeit Endemie, Epidemie oder Pandemie auf, aber was bedeuten diese eigentlich und worin unterscheiden sie sich?

Eine Endemie ist eine permanente Bedrohung

Als Endemie oder endemisch wird eine Infektionskrankheit bezeichnet, wenn sie in bestimmten Regionen regelmäßig auftritt. Typisch für eine Endemie ist, dass die Anzahl der Infizierten über die Zeit relativ konstant bleibt. Obwohl sich immer wieder Menschen neu infizieren, steigt die Zahl der Gesamtinfizierten nicht an.

Ein typisches Beispiel für eine endemische Krankheit ist Malaria. Jedes Jahr infizieren sich etwa 300 Millionen Menschen mit dem sogenannten Wechselfieber- vorwiegend in tropischen Regionen.

Dass eine endemische Infektionskrankheit eines Tages ausgerottet wird, ist aus heutiger Sicht höchst unwahrscheinlich. Die Menschheit muss mit dieser Krankheit leben und kann lediglich bessere Medikamente zur Behandlung entwickeln.

Eine Epidemie ist regional begrenzt

Von einer Epidemie bzw. einer epidemische Krankheit spricht man, wenn diese in einer Region in einem begrenzen Zeitraum ungewöhnlich häufig auftritt. Steigen die Infektionszahlen in einem Gebiet über das normal zu erwartende Level, wird oft auch von einem Ausbruch gesprochen.

Oft ist die Ursache für eine Epidemie die Veränderung eines Krankheitserregers. Mutiert beispielsweise ein Virus, kann dieses signifikant ansteckender sein. Aber auch die Einschleppung einer neuen Krankheit in ein Gebiet kann zu einer Epidemie führen.

Ein klassisches Beispiel für eine epidemische Infektionskrankheit sind die Pocken, welche zu Beginn des 16. Jahrhunderts von den Europäern nach Amerika eingeschleppt wurden. Neusten Schätzungen zur Folge fielen bis zu 90 Prozent der indigenen Bevölkerung Amerikas dieser Infektionskrankheit zum Opfer.

Eine Pandemie verbreitet sich über Grenzen von Ländern und Kontinenten

Eine Pandemie bzw. eine pandemische Krankheit ist nicht regional begrenzt sondern verbreitet sich global, wobei es auch bei einer Pandemie Gebiete geben kann, die von der Krankheit unberührt bleiben (oftmals kleinere Inseln).

Beispiele für eine Pandemie ist die Spanische Grippe, welcher zwischen 25 und 50 Millionen Menschen erlagen. Auch bei der Schweinegrippe im Jahr 2009 und dem Coronavirus Ende 2019/Anfang 2020 handelt es sich um pandemische Krankheiten.

Eine Pandemie muss aber nicht zwangsläufig von einer hohen Sterblichkeitsrate begleitet sein. Es geht bei der Definition lediglich um die globale Verbreitung einer Infektionskrankheit in einem bestimmten Zeitraum.

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