Gute Frage

Warum ist Meerwasser salzig?

Viele Menschen fragen sich, warum Meerwasser eigentlich salzig ist, während das Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen in der Regel nicht nach Salz schmeckt. Eine klassische Alltagsfrage, mit einer einfachen Antwort die aus zwei Teilen besteht.

Chemisch betrachtet befindet sich in allen Bächen, Flüssen und Seen Salzwasser. Nur in den meisten Fällen ist die Salzkonzentration wesentlich geringer als in den Meeren, wodurch man das Salz in kleineren Gewässern oftmals nicht herausschmecken kann.

Aber warum ist das Wasser der Ozeane so wesentlich salziger als das Wasser der meisten anderen Gewässern, die in fast allen Fällen irgendwann im Meer münden? Meerwasser ist aus zwei Gründen salzig:

  1. Seit Bildung des Urozeans wird Salz aus Gesteinen am Meeresgrund gelöst.
  2. Bäche und Flüsse tragen Salze ins Meer. Verdunstet Meerwasser, bleibt das Salz zurück.

Ozeanografen beschreiben die Salinität mit der Einheit Practical Salinity Units, kurz PSU, welche das Salz in Gramm pro Kilogramm Meerwasser definiert. Der durchschnittliche Salzgehalt der Meere liegt heute bei 34,7 Gramm Salz pro Kilogramm Meerwasser (3,47 Prozent oder gerundet 35 PSU). Bildlicher formuliert sind dies etwa drei Esslöffel Salz auf ein Liter Wasser.

Jedoch handelt es sich dabei um den globalen Durchschnitt. Regional schwanken die Unterschiede enorm! In Gewässern in Äquatornähe, wo viel Wasser verdunstet, ist die Salzkonzentration höher. In den Meeren wo größere Mengen Süßwasser durch wasserreiche Flüsse in die Meere gelangen und weniger Wasser verdunstet ist der Salzgehalt wiederum niedriger.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Ostsee. Der Salzgehalt dieses Gewässers liegt gerade einmal zwischen 0,3 und 2 Prozent (3 bis 20 PSU) – bis 1 PSU spricht man von Süßwasser. Dieser niedrige Salzgehalt kommt daher, dass in der Ostsee verhältnismäßig wenig Wasser verdunstet und zudem viele wasserreiche, aber salzarme Flüsse in die Ostsee münden.

Warum nur wenige Flüsse Salzwasser führen

Im Gegensatz zu Ozeanen verweilt das Wasser in Flüssen verhältnismäßig nur kurz. So kann das Wasser auf dem Weg zum Meer nur wenig Salzionen aus dem Untergrund lösen. Auch leicht saures Regenwasser, welches Mineralsalze aus dem Boden löst und anschließend in Bäche und Flüsse fließt, kann diese Fließgewässer nicht so stark mit Salz anreichern, dass man dieses schmecken kann.

Salzseen mit bis zu 440 PSU

Bei Seen sieht es etwas anders aus. Neben riesigen und wunderschönen Süßwasserseen gibt es auf der Erde auch zahlreiche Salzseen. Diese Seen werden in der Regel durch salzhaltige Quellen gespeist oder es handelt sich meist um große Seen ohne Abfluss in sehr warmen Regionen. Hier kommt es, wie bei den Meeren, durch Verdunstungen zu höheren Salzanreicherungen.

Ein Beispiel für einen großen Salzsee wäre das Tote Meer mit einem Salzgehalt von 28 Prozent (280 PSU), wobei das Wasser in diesem rund 810 Quadratkilometer großen See (Stand 2020) in rund 50 Metern Tiefe einen Salzgehalt von bis zu 33 Prozent (330 PSU) erreichen kann. Noch extremer sind einige Seen der antarktischen Trockentäler wie der Don-Juan-See, der einen Salzgehalt von 44 Prozent (440 PSU) besitzt.

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