Erster Kauf mit Bitcoin

Die teuerste Pizza der Welt kam 10.000 Bitcoin

Am 22. Mai 2010 wurde Bitcoin das erste Mal in der Geschichte als Geld benutzt. An diesem Tag kaufte Laszlo Hanyecz aus Jacksonville in Florida zwei Pizzen bei „Papa John’s“ für 10.000 Bitcoin. Da es sich aus heutiger Sicht um die mit Abstand teuersten Pizzen der Welt handelte, ging dieser Tag später als „Bitcoin-Pizza-Day“ in die Geschichte ein und wird zum Jahrestag von vielen Anhängern der Kryptogemeinde mit einer Pizzabestellung gefeiert.

Als der amerikanische Programmierer Laszlo Hanyecz aus der Stadt schönen Jacksonville im US-Bundesstaat Florida am 18. Mai 2010 um 00:35 Uhr und 20 Sekunden in einem Bitcoin-Forum sein Angebot „Pizza gegen Bitcoins?“ veröffentlichte, konnte er nicht ahnen, dass dieses einfache Foren-Posting einmal in die Geschichte eingehen würde. Selbst heute, viele Jahre nach der Erstellung des Beitrags, greifen immer noch Medien aus aller Welt dieses Posting auf und berichten über die Geschichte, wie einst ein Mann 10.000 Bitcoin für Pizza ausgab.

"Ich zahle 10.000 Bitcoins für ein paar Pizzen... Vielleicht zwei Große, damit ich am nächsten Tag noch etwas übrig habe. Ich mag es, wenn Pizza übrig bleibt, um sie später zu knabbern. Man kann die Pizza selbst machen und zu mir nach Hause bringen oder sie für mich bei einem Lieferdienst bestellen, aber was ich anstrebe, ist, dass ich im Tausch gegen Bitcoins Essen geliefert bekomme, das ich nicht selbst bestellen oder zubereiten muss, so wie wenn man in einem Hotel eine "Frühstücksplatte" bestellt, man bekommt einfach etwas zu essen und ist glücklich!

Ich mag Dinge wie Zwiebeln, Paprika, Wurst, Champignons, Tomaten, Peperoni usw., einfach das übliche Zeug, keinen komischen Fischbelag oder so etwas. Ich mag auch normale Käsepizzen, die vielleicht billiger zuzubereiten oder anderweitig zu beschaffen sind.

Wenn Sie Interesse haben, lassen Sie es mich bitte wissen und wir können einen Deal aushandeln.

Danke!
Laszlo"

Mit diesem Beitrag suchte Hanyecz am am 18. Mai 2010 in den frühen Morgenstunden um 00:35 Uhr und 20 Sekunden im Forum bitcointalk.org jemanden, der ihm zwei Pizzen für 10.000 Bitcoins besorgt. Da niemand auf sein Angebot einging, hatte Hanyecz zwischenzeitlich sogar Sorge, dass 10.000 Bitcoin für zwei Pizzen noch zu wenig sei. So schrieb er am 21. Mai 2010 um 19:06 Uhr:

"Also will mir niemand eine Pizza kaufen? Ist der Bitcoin-Betrag, den ich anbiete, zu niedrig?"

10.000 Bitcoin gegen Pizza

Tatsächlich hat es rund vier Tage gedauert, bis jemand aus dem Forum auf sein Tauschangebot „Bitcoin gegen Pizza“ einging. Am 22.05.2010 brachte der damals 19-jährige Student Jeremy Sturdivant, der in dem Forum unter dem Pseudonym „jercos“ schreibt, Hanyecz tatsächlich zwei Pizzen für die angebotenen 10.000 Bitcoins vorbei. Dass die Bitcoin-Transaktion wirklich stattgefunden hat, lässt sich jederzeit in der Blockchain öffentlich einsehen. Hanyecz bedankte sich anschließend im Forum mit Beweisfotos für die Bitcoin-Pizza.

Noch mehr Pizza gegen Bitcoin

Zwar ist die Geschichte bis hier vielen Menschen bekannt, nur wenige wissen aber, dass Hanyecz später noch viele Pizzen gegen Bitcoin kaufte. Er schrieb am 12. Juni 2010:

"Dies ist übrigens ein unbefristetes Angebot... Ich werde jederzeit 10.000 Bitcoin für zwei dieser Pizzen tauschen, solange ich die Mittel habe (ich habe normalerweise viel). Wenn jemand Interesse hat, bitte Bescheid sagen. Der Tausch ist für jeden, der es macht, günstig, weil die zwei Pizzen insgesamt nur etwa 25 Dollar kosten, vielleicht 30, wenn man dem Typen ein nettes Trinkgeld gibt. Wenn ihr mir die extra großen Pizzen besorgt, kann ich noch ein paar Bitcoins dazugeben, lasst es mich einfach wissen und wir werden eine Lösung finden."

In den nachfolgenden Wochen kaufte Hanyecz noch einige Pizzen für 5.000 Bitcoin pro Stück. Mit der Zeit stieg jedoch die Hashrate für das Bitcoin-Mining im Netzwerk so stark an, dass es immer schwieriger für Privatpersonen wurde, am Computer zu Hause hunderte oder gar tausende Bitcoins pro Tag zu schürfen. Bereits Ende August 2010 steig der Bitcoin-Kurs von den anfänglichen 40 US-Dollar pro 10.000 Bitcoin auf rund 600 US-Dollar, wodurch die Pizzen immer teurer wurden. So schrieb er Anfang August 2010 schließlich:

"Nun, ich habe nicht erwartet, dass dies so beliebt ist, aber ich kann es mir nicht wirklich leisten, es weiter zu machen, da ich nicht mehr tausende von Coins pro Tag generieren kann. Danke an alle, die mir schon Pizza gekauft haben, aber ich halte mich vorerst zurück, noch weitere solche Deals einzugehen."

Schon damals wurde sich in dem Forum über Hanyecz lustig gemacht, dass er viel zu viel für seine Pizzen bezahlt hat, da 10.000 Bitcoin mittlerweile schon mehr als 2.000 US-Dollar wert waren. Viele Forennutzer haben zu der Zeit spekuliert, dass sich Hanyecz bestimmt schon grün und blau ärgert, wenn man bedenkt, wie viel Geld er damals quasi verschenkt hat.

Heute wäre Hanyecz wahrscheinlich Milliardär, sofern er die Bitcoin zurück in Fiatgeld getauscht hätte. Alleine die ersten zwei Pizzen würden nach heutigem Umrechnungskurs mehrere hundert Millionen US-Dollar kosten.

Hanyecz gibt heute immer noch gerne Interviews und sagt, dass er sich keineswegs darüber ärgere, sondern froh und stolz ist, Teil der Geschichte von Bitcoin zu sein. Heute, einige Jahre nachdem erstmalig Waren mit Bitcoin bezahlt wurden, feiern viele Anhänger der Kryptogemeinde aus der ganzen Welt den 22. Mai als „Bitcoin-Pizza-Day“ indem sie sich eine klassische Pizza bestellen.

Was wurde eigentlich aus den 10.000 Pizza-Bitcoins?

Jeremy Sturdivant, der damals die 10.000 Bitcoins für die zwei Pizzen erhalten hat, ist heute kein mehrfacher Multimillionär. Er investierte als leidenschaftlicher Gamer die Bitcoins in Computerspiele. Die Bitcoins hatten zu diesem Zeitpunkt etwa einen Wert von 400 US-Dollar. Aber auch er sagt in einem Interview, dass er es keineswegs bereue. Er habe nach eigenen Angaben bereits damals gespürt, dass er Teil einer ganz außergewöhnlichen Geschichte sein wird. Damit sollte er recht behalten…

Keiner der beiden, weder Hanyecz noch Sturdivant, führen heute ein Luxusleben. Sie sind beide bodenständige Angestellte. Laszlo Hanyecz arbeitet immer noch als Programmierer und Jeremy Sturdivant hat es nach Kalifornien gezogen, wo er bei einem Hersteller für Rundfunk-Equipment in der Produktentwicklung arbeitet.

Spannend & Interessant
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