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Kartenzählen

Das MIT-Blackjack Team

Das berühmte MIT-Blackjack Team, eine kleine Gruppe von Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT), gewann ab den späten 1980er Jahren durch geschicktes Zählen der Blackjack-Spielkarten in den Casinos der Wüstenstadt Las Vegas mehrere Millionen US-Dollar.

Diese Geschichte, die ihren Ursprung in Boston am Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat, hätte auch aus dem Drehbuch von Hollywood-Regisseure stammen können. Tatsächlich gibt es über diese beeindruckende, geniale und einmalige Casino-Geschichte auch mehrere Filme (z.B. Amazon: 21), die auf der wahren Geschichte des berühmten MIT-Blackjack Teams beruhen.

Zu Beginn fing alles ganz harmlos und unscheinbar an: Einige Studenten des Instituts trafen sich in ihrer Freizeit in den leeren Klassenräumen zum entspannten Katenspielen. Schnell entdeckten sie ihre Liebe für das berühmte Casino-Spiel Blackjack, da es im Vergleich zu allen anderen Casinospielen einen entscheiden Vorteil hat: Die Chancen sind variabel und berechenbar. Es dauerte nicht lange, bis ein Professor auf die kleine Gruppe aufmerksam wurde und aus der kleinen Spielgruppe und effizientes und hochprofitables Team machte.

Ein (fast) perfektes Zählsystem

Die Studenten konzentrierten sich von nun an nur noch auf Blackjack, auf das Zählen der Karten, das Spiel in einem Team und das Entwickeln einer Geheimsprache. Sie wendeten zum Kartenzählen ein ganz einfaches mathematisches System an, welches heute als High-Low-Strategie bekannt ist und ursprünglich von Harvey Dubner entwickelt wurde: Dabei bekommt jede Karte einen Wert. Dieser beträgt entweder -1, +1 oder 0. Der Gesamtwert eines 52 Kartendecks ist 0. Ziel ist es mit diesem Zählsystem verfolgen zu können, wie viele hohe oder niedrige Karten noch in dem nicht ausgespielten Deck sind. So bekommen die Karten 2 bis 6 im Deck den Wert +1, die mittleren Karten 7 bis 9 erhalten den Wert 0 und die Bildkarten, die 10 sowie die Asse erhalten den Wert -1.

Die Zählung der Karten beginnt, sobald die Karten neu gemischt werden. Der Ausgangswert beträgt zu diesem Zeitpunkt 0. Wird jetzt als erste Karte ein Bube auf den Tisch gelegt, so erhält das aktuelle Deck den Wert -1. Bei jeder neuen Karte wird der jeweilige Wert addiert oder subtrahiert. Mit Hilfe des Wertes kann nun mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden, ob als nächste Karte eher eine hohe Spielkarte oder eine niedrige Karte ausgespielt wird.

Die Geheimsprache

Einfach nur die Karten zu zählen, das haben schon andere mehr oder weniger erfolgreich versucht. Die MIT-Studenten spielten unter der Anleitung ihres Professors in einem gut eingespielten Team. So spielte beispielsweise ein Teammitglied schon längere Zeit an einem Blackjack-Tisch und zählte die Karten – aber nicht für sich. Wurde der Wert des Decks für die Gruppe interessant, so gab diese Person dem eigentlichen Zocker ein verstecktes Zeichen. Dieser kam dann an den Tisch und spielte mit hohen Einsätzen. Damit er – mitten im Spiel – den Wert des Kartendecks wusste, entwickelten die Studenten eine Geheimsprache. So bekamen die jeweils wichtigen Zahlenwerte Namen, wie beispielsweise:

  • +1 oben (Weil die 1 wie ein Pfeil nach oben zeigt)
  • +2 Schuhe (Da ein Paar Schuhe immer aus 2 Schuhen besteht)
  • +3 Frau (Weil eine gedrehte 3 wie die Brüste einer Frau aussehen)
  • +4 Auto (Da ein Auto 4 Reifen hat)
  • +5 Hand (Weil an jeder Hand 5 Finger sind)
  • +6 Kind (Da man Kinder durch Sex (sechs) zeugt)
  • +7 Kleiner (Wegen den 7 Zwergen)
  • +8 müde (8 klingt so ähnlich wie Nacht)
  • +9 Katze (Da eine Katze sprichwörtlich 9 Leben hat)
  • +10 Bowling (Es gibt 10 Kegel auf einer Bowlingbahn)
  • +11 Fußball (Wegen der 11 Spieler in einem Team)
  • +12 Eier (Weil 12 Eier in einem Eierkarton passen)
  • +13 Pech (Da die 13 eine Unglückszahl ist)
  • +14 Ring (Ein Ring mit 14 Karat Gold)
  • +15 Gehalt (15. eines Monats, an dem man sein Gehalt kommt)
  • +16 süß (Von Sweet sixteen)

Welche Geheimwörter die Gruppe beim Spielen tatsächlich verwendeten, ist nicht bekannt. Die große Kunst bestand nicht nur darin, dass jedes Teammitglied diese Wörter im Schlaf mit den Zahlen assoziieren können musste, man musste sie auch jedes Mal unauffällig in einen Satz einbauen, damit der Zocker am Tisch den aktuellen Wert des Kartendecks kannte. Ab diesem Zeitpunkt konnte der Zocker, der dann entsprechend hohe Geldbeträge setzte – manchmal zehntausende Dollar pro Hand, selbst weiterzählen.

Geld, Ruhm und noch mehr Geld

Das System funktionierte nahezu perfekt. Die wichtigste Regel war: Nicht zocken, logisch denken und geschickt Karten zählen. Natürlich verloren sie auch von Zeit zu Zeit mal aber sie hatten die mathematische Statistik auf ihrer Seite und so gewannen sie unterm Strich immer. So zockten die jungen Studenten einige Jahre lang die Casinos in Las Vegas ab. Jedes Wochenende, zwischen Klausuren, Hausaufgaben und Vorlesungen flogen sie in die Stadt der bunten Lichter und machten Nacht für Nacht abertausende von Dollar. Schnell bekamen sie durch ihre hohen Wetteinsätze in den meisten Casinos den VIP-Status, schliefen in den teuersten Suiten der Stadt und bekamen andere Vorzüge, die sich nur die reichsten Spieler in Las Vegas leisten konnten. Und sie taten nichts Verbotenes, denn zu diesem Zeitpunkt war das Kartenzählen in den Casinos völlig legal – es flog nur schnell auf, wenn eine Einzelperson dies machte und endete mit einem lebenslangen Hausverbot.

Das Ende des MIT-Blackjack Teams

Mit ihrer genialen Teamstrategie und ihren besonderen mathematischen Fähigkeiten haben sie jahrelang unbemerkt die Casinos um Millionenbeträge erleichtert. Wie viel Geld sie tatsächlich gewannen, ist nicht bekannt – feststeht, dass es wirklich sehr viel war.

Also das Kartenzählen, an denen sich natürlich auch mehr oder weniger erfolgreichen auch zahlreichen Laien versuchten in Las Vegas verboten wurde, schaute sich das jeweilige Sicherheitspersonal die Spieler, die ständig gewannen, ganz genau an. So kam es, dass es für das MIT-Blackjack Team immer schwieriger wurde um große Geldbeträge zu spielen. Wurden sie als Kartenzähler entlarvt, flogen sie sofort aus den Casinos. Als das Blackjack Team erst einmal auf dem Radar der Casinosicherheit war, wurde es fast unmöglich weiterzuspielen. So löste sich das genialste und erfolgreichste Kartenzähl-Team zum 31.12.1993 auf und ging als das berüchtigte MIT-Blackjack Team in die Geschichte ein. Das Team, dass durch einfaches und geschickten Karten zählen Millionen verdient hat.

1 Kommentar

Thomas L.
Den angesprochenen Filmtip über die MIT-Blackjack Gruppe kann ich nur empfehlen!
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