Von: Dennis L.
Gesunde Ernährung

Ernährungsumstellung kann Krankheiten heilen

Durch eine bahnbrechende Studie konnte erstmal bewiesen werden, dass eine Ernährungsumstellung signifikante Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf hat. Wer gesund isst, hat deutlich höhere Chancen auf eine Genesung.

Gesunde Ernährung ist nicht zu unterschätzen.
© Margot Kessler / pixelio.de

Baltimore (U.S.A.). Die Beschaffung von Nahrung war immer schon ein Motor in der Entwicklung der Menschheitsgeschichte. Zu früheren Zeiten, als es Arzneien und Medikamente noch nicht gab, hatte Nahrung für den Menschen eine noch viel größere Bedeutung als heutzutage, denn sie war ihm auch Medizin. Wer gesund aß, war kräftiger und lebte länger. Darüber hinaus existierte ein erstaunlich ausgefeiltes Wissen darüber, welchen körperlichen Beschwerden durch welche Nahrungsmittel am besten Abhilfe zu schaffen sei.

Bei Magenverstimmungen beispielsweise sollte man braune Äpfel essen, bei Verstopfungen Hühnersuppe. Auch Gräser und Kräuter wurden viel häufiger eingesetzt, als die meisten von uns es in heutiger Zeit tun.

Pharmaunternehmen forschen eher an Medikamenten

Seitdem der menschliche Körper systematisch erforscht wird, sind immer ausgefeilter Werkzeuge und Techniken entwickelt worden, um unsere Lebensspanne zu verlängern. Trotzdem ist man noch weit davon entfernt, die vielschichtigen Prozesse zu verstehen, die sich beim Vorgang der Nahrungsaufnahme im menschlichen Körper abspielen. Das liegt nicht ausschließlich in der Komplexität der Materie begründet, sondern hat auch mit dem finanziellen Kalkül der Pharmaindustrie zu tun. Mat Edelson, der regelmäßig für das Hopkins Medicine Magazine publiziert, stellte 2010 klar, "dass die großen Pharmaunternehmen knapp bei Kasse waren" und daher "aus rein praktischer Sicht die Erforschung von Lebensmitteln mit ihren tausenden von Chemikalien und Nährstoffen" hinten anstellten. Spezifische Forschungen zu einem einzelnen Medikament seien für diese Unternehmen "weitaus zielgerichteter und lukrativer".

Vor diesem Kontext führte Dr. David Suskind, ein Gastroenterologe am Seattle Children's-Krankenhaus in den USA, eine bahnbrechende Studie durch: Zwölf Wochen lang verabreichte er zehn Probanden, Kindern, die allesamt an Morbus Crohn litten, eine spezielle Diät (SCD-Diät). Diese bestand ausschließlich aus natürlichen, nährstoffreichen Lebensmitteln, wie etwa Gemüse, Obst, Fleisch und Nüssen. Das Ergebnis war erstaunlich: bei acht von zehn Kindern war nach dieser kurzen Periode eine signifikante Verbesserung ihres Zustandes feststellbar. "Dies wird das Paradigma der Behandlung dieser Erkrankung nachhaltig verändern", prophezeite Dr. Suskind.

Die herkömmliche Behandlung von Morbus Crohn (Darmentzündungen) sieht entweder Steroide oder Medikamente vor. Diese ziehen jedoch oft lebenslang anhaltende Nebenwirkungen nach sich. Zudem beheben sie nicht wirklich die Ursache des Problems, verschaffen also keine echte Heilung, sondern unterdrücken lediglich das Immunsystem.

"Jahrzehntelang vertraten Mediziner die Meinung, dass die Ernährung bei der Behandlung von Morbus Crohn unerheblich sei", so Suskind. "Nun wissen wir aber, dass das falsch ist. Die Ernährung übt eine erhebliche Wirkung auf den Krankheitsverlauf aus".

Obgleich noch viele weitere Studien zu diesem Themenfeld durchgeführt werden müssen, um gesicherte Ergebnisse zu erhalten, ist die Richtung bereits gewiesen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass neue Erkenntnisse aus den Ernährungswissenschaften dabei helfen können, viele weitere Krankheiten zu bekämpfen.

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