Von: Dennis L.
Drei auffällige Regionen

Forscher analysieren das Gehirn unter Hypnose

Forscher haben erstmals ein menschliches Gehirn unter Hypnose analysiert. Die Studie zeigt drei Veränderungen während eines Trancezustandes. Diese Erkenntnis hilft den Wissenschaftlern das Gehirn besser zu verstehen und könnte neue Ansätze für Therapien liefern.

Forscher analysieren das Gehirn im Trancezustand.
© twinlili / pixelio.de

Stanford (U.S.A.). Die Frage, ob es sich bei Hypnose um faule Zauberei handelt, beschäftigt die Menschen seit Jahrhunderten. Wie die heutige Medizin jedoch zeigt, wird diese Frage völlig zu Unrecht gestellt. Es lassen sich tatsächlich körperliche und psychische Prozesse, die sonst lediglich schwer zu steuern sind, mit dieser Methode beeinflussen. So belegen Studien, dass mit der Hilfe von Hypnose Angstzustände bekämpft, chronische Schmerzen gelindert und die Schlafqualität deutlich verbessert werden können.

Hypnose: Die älteste Form der westlichen Psychotherapie

Wissenschaftler der Northwestern University in Chicago bezeichnen die Hypnose als die älteste Form in der westlichen Psychotherapie. Sie dient als effektives Mittel, die Art und Weise der Nutzung unseres Gehirns zu verändern. Auf diese Weise lassen sich die Wahrnehmung und der Körper kontrollieren. Auch wenn das medizinische Potenzial dieser Methode zu immer mehr Anerkennung führt, ist jedoch nur wenig über die Funktion der psychologischen Ebenen bekannt. Dem Forscherteam gelang es herauszufinden, was unter einer Hypnose im Gehirn geschieht und konnte so diese wichtige Wissenslücke schließen.

Das Gehirn unter Beobachtung

Die Wissenschaftler der Northwestern University Chicago haben für ihre Studie 36 Probanden akquiriert, welche sich als besonders gut zu hypnotisierbar erwiesen. Zu den 36 Probanden wurden weitere 21 Teilnehmer dazu genommen, welche wiederum nur schwer in Trance zu versetzen waren. Diese Kontrollgruppe gilt als sehr wichtig, da nur so sicher festgestellt werden kann, dass die erlangten Erkenntnisse auch wirklich auf die Hypnose zurückzuführen sind.

Die Veränderungen im Trancezustand

Im Rahmen der Studie konnten eindeutig gewisse Hirnregionen festgestellt werden, welche sich während des Zustandes der Trance veränderten. Unter Hypnose sinkt die Aktivität im dorsalen anterioren Gyrus cinguli. Dieser Bereich im Gehirn gehört zum Salienz-Netzwerk. Dieses entscheidet, wann und wie stark wir auf gewisse Reize reagieren und signalisiert damit, was für uns besonders relevant ist.

Der Mitautor David Spiegel von der amerikanischen Stanford University erklärt in der Fachzeitschrift Cerebral Cortex, dass wir während der Hypnose so versunken sind, dass wir uns um andere Einflüsse von außen nicht kümmern.

Als weitere Beobachtung konnte die erhöhte Aktivität der Verbindung zwischen dem präfrontalen Kortex und der Inselrinde festgestellt werden. Diese hilft dem Gehirn dabei, Dinge zu verarbeiten, die im Körper geschehen.

Die Veränderung, welche zwischen dem sogenannten Default Mode Netzwerk und dem präfontalen Kortex passiert, ist die dritte erfolgreiche Beobachtung. Diese Regionen sind beim Nichtstun aktiv und werden beim Lösen von Aufgaben deaktiviert. Diese zwischen den beiden Bereichen aktive Verbindung wird unter Hypnose schwächer.

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