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Von: Dennis L.
BDSM und Co.

Fesselspiele im Bett machen glücklich und gesund

Manche mögen sich fragen, was das für Menschen sind, die Handschellen, Knebel und Peitsche beim Sex benutzen. Niederländische Wissenschaftler fanden nun eine Antwort auf die Frage: Es sind gesunde und glückliche Menschen!

BDSM steht für Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism
© Grendelkhan / wikipedia.org

(Niederlande). Viele Menschen sehen die BDSM-Sexualpraktiken negativ. Oft begleitet von Begriffen wie "pervers", "abartig" oder "gestört". Diese negative Einstellung richtet sich nicht nur gegen die BDSM-Sexualpraktiken, sondern oftmals auch gegen die Menschen, die diese ausleben. Wie eine repräsentative Studie aus den Niederlanden nun zeigt, sind es aber gerade die BDSMler, die glücklicher und gesünder sind, als Menschen die normalen Blümchensex haben.

Der weit umfassende Begriff BDSM setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnung "Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism" zusammen. Grob beschrieben bezeichnet BDSM Sexualpraktiken die mit Dominanz und Unterwerfung, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz und/oder Fesselspielen. BDSM ist zudem in allen Teilen der Welt verbreitet und in allen Gesellschaftsschichten beleibt. Einer amerikanischen Studie nach stehen fünf bis 25 Prozent der Bevölkerung auf diese Sexualpraktik. Auch das deutsche Nachrichtenportal Bild.de hat aktuelle eine Umfrage zur Einstellung gegenüber BDSM-Sexualpraktiken geschaltet. Hier zeichnet sich sogar eine deutlich höhere Vorliebe für BDSM ab, als es die amerikanische Studie tut.

Psychologe Dr. Andreas Wismeijer von der Tilburg-Universität unterzog Probanden unterschiedliche psychologische Tests und kam zu dem Entschluss, dass Menschen die im Schlafzimmer BDSM-Praktiken ausleben, mental stabiler, gesünder und in ihrer Beziehung glücklicher sind als Menschen, die "normalen Sex" bevorzugen.

Wismeijer meint, "BDSMler gehen mehr aus sich heraus, sind offen für neue Experimente und weniger neurotisch, Zudem unterscheiden sie sich nicht von der allgemeinen Bevölkerung, und wenn sie sich unterscheiden, dann schneiden sie immer besser ab."

Von den Probanden gaben 33 Prozent der Männer an, submissiv zu sein, 48 Prozent sind dominant und 18 Prozent Switcher (sowohl dominanten als auch den submissiven). Bei den Frauen hingegen waren 75 Prozent der Befragten submissiv, acht Prozent dominant und 16 Prozent Switcher.

Die bei den Sexspielen übernommene Rolle lässt laut Wismeijer auch Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zu, So sind die Menschen, die oft den dominanten Part übernehmen, mental stärker. Diese Menschen sind innerhalb der Gruppe am ausgeglichensten und am wenigsten anfällig für soziale Zurückweisung. Switcher bewegen sich in der Mitte. Doch auch wenn Submissive innerhalb der Gruppe das Schlusslicht bilden, schneiden sie laut der Studie immer noch besser ab als Testpersonen, die keine BDSM-Sexualpraktiken praktizieren.

Den genauen Grund, warum BDSMler glücklicher und gesünder sind, haben die Wissenschaftler noch nicht gefunden. Sicher sind sich die Forscher aber in dem Punkt, dass die Ausübung der BDSM-Sexualpraktiken nicht als psychische Störung klassifiziert werden kann.

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