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Von: Dennis L.
Erstes rauchfreies Land

Turkmenistan verbietet den Verkauf von Zigaretten

Der kleine Binnenstaat Turkmenistan in Zentralasien ist das erste Land der Welt, dass den Verkauf von Zigaretten verbietet und Zuwiderhandlungen mit empfindlichen Geldstrafen bestraft.

Turkmenistan verbietet den Verkauf von Zigaretten.
© Nicole Desche / pixelio.de

Asgabat (Turkmenistan). Jährlich sterben rund sechs Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens - alleine in Deutschland sind es pro Jahr etwa 140.000 Menschen. Große Warnhinweise auf den Zigarettenschachteln, verschärfte Altersabgaben und bessere Aufklärung sorgen zwar für einen leichten Rückgang der Raucher in Deutschland, aber das Problem bleibt weiterhin bestehen.

Nun hat der kleine Binnenstaat Turkmenistan, der zwischen dem Iran und Usbekistan am Kaspischen Meer liegt, als erstes Land der Welt den Verkauf von Zigaretten verboten.

Der kettenrauchende Regierungschef legte den Grundstein für das Zigarettenverbot

Der damalige Regierungschef Saparmyrat Nyýazow des Landes war lange Zeit ein sogenannter Kettenraucher. Nach einer schweren Herzoperation wurde er zum überzeugten Nichtraucher und leitete noch während seiner Amtszeit erste Maßnahmen ein, um den Zigarettenkonsum in der Bevölkerung drastisch zu reduzieren. Zigaretten waren zu dieser Zeit so teuer wie in keinem anderen Land der ehemaligen Sowjetrepublik und heute kann das Land stolz eine Raucherquote von etwa acht Prozent blicken (in den U.S.A. sind es zum Vergleich 15,2 Prozent und in Europa knapp 29 Prozent).

Der derzeitige Regierungschef Gurbanguly Berdimuhamedow baut die Maßnahmen weiter aus und verbietet als erstes Land der Welt den Verkauf von Zigaretten komplett. Das Gesetz ist zwar noch nicht verabschiedet, dennoch lässt Berdimuhamedow den Verkauf von Zigaretten bereits durch Behörden unterbinden.

Extrem empfindliche Strafzahlungen drohen

In einer live übertragenen Regierungssitzung zeigte sich Berdimuhamedow immer noch unzufrieden mit dem Zigarettenkonsum der Bevölkerung. Er rief persönlich dazu auf, das Laster endlich aufzugeben.

Staatliche Vertreter ziehen bereits von Ladenbesitzern zu Kioskbetreibern und untersagten den Verkauf von Zigaretten. Bei Verstößen werden empfindliche Geldstrafen in Höhe mehrerer Monatsgehälter fällig. Dies kurbelt natürlich die Zigarettenpreise auf dem Schwarzmarkt an. So kostet eine Schachtel bereits umgerechnet 14 US-Dollar.

Dem landesweiten Rauchverbot gingen bereits andere Maßnahmen voraus, wie man sie auch aus europäischen Ländern kennt: So wurden bereits im Jahr 2011 die Steuern auf Tabakprodukte erhöht und 2013 das Rauchverbot an öffentlichen Plätzen eingeführt. Die komplette Entfernung aller Zigaretten aus den Regalen ist jetzt jedoch ein Schritt, der über alle bekannten Maßnahmen hinausgeht. Ob die Regelung dauerhaft bestehen bleibt oder ob sich die Regierung mit dem landesweiten Rauchverbot den wenigen Rauchern doch noch etwas entgegenkommt, bleibt noch abzuwarten.

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