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Von: Dennis L.
Kampf gegen den Krebs

Cannabis lässt Krebszellen platzen

In einer Pflanze Cannabis sind zahlreiche Wirkstoffe enthalten. Dazu zählen nicht nur die, welche als Rauschmittel bekannt sind. So experimentieren derzeit Forscher mit Cannabinoiden, die in der Lage sind Krebszellen zu zerstören.

Cannabinoide, ein Wirkstoff der Cannabis-Pflanze, helfen dem Körper bei der Zerstörung von Krebszellen.
© wikipedia.org

Rostock (Deutschland). Noch vor einigen Monaten haben britische Wissenschaftler nachweisen können, dass der Konsum von Cannabis das Tumorwachstum verlangsamen kann. Jetzt hat Burkhard Hinz, Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie der Uniklinik Rostock und seine Kollegen heraus, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze, sogenannte Cannabinoide, dem Körper dabei helfen können, Krebszellen zu zerstören.

Wie die Rostocker Forscher im renommierten Magazin Biochemical Pharmacology schreiben, sind verschiedene Mechanismen für die Zellzerstörende Wirkung auf Krebszellen verantwortlich.

ICAM-1 ermöglicht das Platzen der Krebszellen

In Versuchen mit Zellkulturen haben die Forscher gezeigt, dass die Zerstörung der Krebszellen durch ein bestimmtes Protein mit dem Namen ICAM-1 ermöglicht wird. ICAM-1 überzieht die Krebszellen und ermöglicht so den körpereigenen Killerzellen des Immunsystems das Anheften an die Krebszellen. Die Killerzellen arbeiten dann ganz normal und bringen die Krebszellen zum platzen.

Die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend, dennoch betont Hinz, dass es sich zunächst nur um Ergebnisse der Grundlagenforschung handelt. "Wir sind noch weit davon entfernt, das in die klinische Therapie umzusetzen. Unsere Befunde sind jedoch ein weiteres Indiz dafür, dass Cannabinoide eine ganze Reihe potenziell therapeutisch nutzbarer Wirkungen vermitteln.“

Es ist bereits seit den 90er-Jahren bekannt, dass auch menschliche Zellen Cannabinoide bilden können. "Ihnen wird unter anderem eine schmerzhemmende und appetitsteuernde Wirkung zugesprochen", erklärt Hinz.

Seit gut 25 Jahren forschen unzählige Einrichtungen auf der ganzen Welt an dem klinisch nutzbaren Potenzial von Cannabinoiden.

Cannabis – Ein Schatz für die Medizin

Andere Forschungen zu Cannabinoiden waren bereits erfolgreich und haben schon den Sprung von der Grundlagenforschung in die Praxis geschafft.

Tetrahydrocannabinol beispielsweise, ein anderer Wirkstoff der Hanfpflanze, wird mittlerweile in Kliniken zur Milderung von Erbrechen und Übelkeit im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt.

Und Cannabidiol, ein weiterer Cannabis-Inhaltsstoff, der die Psyche im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol nicht beeinträchtigt, ist ebenfalls für die Behandlung spastischer Symptome bei Patienten mit multipler Sklerose zugelassen.

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