Von: Dennis L.
DNA-Beweis

Mehr Arten südamerikanischer Frösche als gedacht

Biologen entdecken eine enorme genetische Diversität bei weit verbreiteten Laubfroscharten in Südamerika. Bislang wurden diese Frösche für eine einzige Art gehalten.

Einer von hunderten Laubfröschen der südamerikanischen Studie.
© Masaki Ikeda / wikipedia.org

Natal (Brasilien). Südamerika ist die artenreichste Region der Erde. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Biologen nicht neue Arten entdecken und wissenschaftlich Beschreiben. In den dichten Wäldern Südamerikas leben auch die meisten Froscharten – und wie sich jetzt herausstellte wesentlich mehr als bisher angenommen.

Für eine aktuelle Studie haben 30 Biologen aus elf Ländern hunderte Laubfrösche (Dendropsophus minutus) aus einem riesigen Verbreitungsgebiet eingesammelt. Dieses umfasst die Karibikinsel Tobago, Venezuela, Französisch-Guyana, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Paraguay, Brasilien und Argentinien.

Eine DNA-Analyse mit Überraschungen

Die Biologen führten bei den eingesammelten Fröschen eine DNA-Analyse durch und stoßen dabei auf 43 unterschiedliche genetische Linien. Diese Tiere wurden bisher fast für nur eine Art gehalten. „Unsere Studie zeigt, dass die Artenvielfalt Südamerikas erheblich größer ist, als bisher angenommen“, so die Biologen.

Neben den neu entdeckten Froscharten fanden die Forscher mit Hilfe von Klimamodellen Hinweise auf lange Ausbreitungswege zwischen Amazonien um Westen und den Regenwäldern im Südosten. Damit konnten sie eine gut 50 Jahre alte Hypothese weiter untermauern.

Höhere Artenvielfalt als angenommen

"Unsere Arbeit zeigt die Bedeutung von breiter internationaler Kooperation, besonders wenn es um Arten mit länderübergreifender Verbreitung geht", betont Marcelo Gehara von der Universität Federal do Rio Grande do Norte in Brasilien und Erstautor der Studie. "Wir brauchen aber noch mehr Daten um genauer zu verstehen, wie viele der genetischen Linien tatsächlich neue Arten darstellen."

Neue Tierarten findet man keineswegs nur in abgelegenen Urwäldern und in der zum Großteil noch unbekannten Tiefsee. Gerade in scheinbar weit verbreiteten Arten versteckt sich oft eine unbekannte Vielfalt.

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