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Von: Dennis L.
Abstoßung statt Anziehung

Unbekannte Kraft drückt aktiv Galaxien vor sich her

Astronomen haben in der Näheren unserer Milchstraße eine Region ausfindig gemacht, die Masse nicht anzieht sondern abstößt. Die unbekannte Kraft drückt die Milchstraße sowie alle andere Masse in der sogenannten lokalen Gruppe aktiv von sich weg.

Dipol Repeller drückt Galaxien vor sich her.
© Daniel Pomarède / Hebräischen Universität Jerusalem

Jerusalem (Israel). Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, ist mit vielen anderen Galaxien Bestandteil der rund 520 Millionen Lichtjahre großen Region namens Laniakea. Dieses Gebilde aus zahlreichen Galaxien steht aber keineswegs still – es bewegt sich mit rund 630 Kilometern pro Sekunde durch den Weltraum in eine bestimmte Richtung.

Yehuda Hoffman und seine Kollegen von der Hebräischen Universität Jerusalem haben nun eine äußerst interessante Entdeckung gemacht: Bisher ging man davon aus, dass die starke Anziehungskraft des Shapley Attraktors der Grund für die Bewegung des Superclusters sei. Doch neuste Messdaten zeigen eine massearme Region hinter dem Supercluster, welche die Galaxien mit der gleichen Stärke wegdrückt, wie sie der Shapley Attraktor anzieht.

Eine Simulation neuster Messdaten brachte die Astronomen auf die unbekannte Region mit der merkwürdigen Eigenschaft Masse von sich weg zu drücken. Das Computerprogramm zeigte eine auffällige Bündelung an Linien die keine Anziehungskraft, sondern eine Abstoßung von Materie darstellten.

Massearme Region als Quelle der abstoßenden Kraft identifiziert

„Wir fanden heraus, dass sich unsere Milchstraße von einer großen, zuvor nicht identifizierten Region niedriger Dichte im Weltall wegbewegt“, berichtet Hoffman im Fachmagazin Nature. Dieser sogenannte Dipol Repeller liegt in einer Region, die auffällig massearm ist.

Besonders überraschend fanden die Astronomen, dass der Dipol Repeller die Bewegung der Galaxien fast ebenso stark beeinflusst, wie die Anziehung durch den Shapley Attraktor. „Das ist das erste Mal, dass eine solche Quelle der Abstoßung im Weltall identifiziert worden ist“, berichten Hoffman und seine Kollegen weiter.

Was genau und warum etwas in dieser bisher unerforschten Region abstoßend auf Masse wirkt ist bisher jedoch völlig unklar.

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