Von: Arno K.
Holometer-Experiment

Ist unser Universum ein dreidimensionales Hologramm?

Unser Dasein, unser Leben basiert zumindest aus wissenschaftlicher Sicht auf der Evolutionslehre von Charles Darwin. Dementsprechend erleben wir die Umwelt und die Entwicklung um uns herum. Was aber, wenn all das, was wir wahrnehmen nichts anderes ist als ein holografisches Konstrukt? Laut Quantenphysik wäre dies theoretisch durchaus möglich. Ein bisher einzigartiges wissenschaftliches Experiment soll revolutionäre Erkenntnisse liefern und die Frage beantworten, ob wir in einem holografischen dreidimensionalen Universum leben.

Das Holometer-Experiment soll Klarheit bringen, ob wir tatsächlich in einem zweidimensionalen Universum leben.
© Fermilab

Chicago (USA). Neben dem Drang zu forschen gehört die Vorstellungskraft zu den bemerkenswerten Fähigkeiten der menschlichen Spezies. Diese Wahrnehmung nehmen wir durch unsere sechs Sinne auf: Sehen, Hören, Gleichgewicht, Fühlen, Schmecken und Riechen. Was aber, wenn uns diese Fähigkeiten etwas glauben lassen, was so gar nicht existiert? Unser eigenes Dasein ist dabei nur ein winziger Aspekt in einem fast schon unvorstellbaren Konstrukt. Ist es möglich, dass das Universum, so wie wir es kennen, oder vermuten gar nicht dreidimensional existiert? Die bisherigen Annahmen untermauern unser Verständnis von Länge, Breite und Höhe - eine grundlegende Basis der angewandten Physik und Mathematik. Isaac Newton hat uns die Bewegungsgesetze nahe gebracht, Selbiges gilt für seine Abhandlungen über die Optik (Farben, Krümmung, Reflexion). Jetzt soll das Holometer-Experiment im Fermi National Accelerator Laboratory nahe Chicago, Illinois zeigen, ob dieser Grundstein weiterhin tragfähig ist oder ob unser Dasein nur eine Projektion von etwas anderem, etwas Zweidimensionalen ist. Um bei unserer dreidimensionalen Wahrnehmung zu bleiben: Wenn die Forschungen zu solch einem revolutionären Ergebnis kommen sollten, würde die bisher errichtete Mauer mit den tragenden Erkenntnissen zusammenfallen und müsste gänzlich neu errichtet werden.

Ist unsere körperliche Wahrnehmung nichts als eine große Illusion?

Im Bereich der Quantenphysik ist es möglich, dass all das was wir wahrnehmen, sogar wir selbst, eine Projektion von Informationen ist. Mit unserem räumlichen Vorstellungsvermögen müssten wir uns ein zweidimensionales Trägersystem vorstellen, aus dem die Informationen projiziert werden und für uns dreidimensional wirken - so der Versuch einer simplen Erklärung. Was, wenn das gesamte Universum so aufgebaut wäre und sich hinter dem Raum eine völlig andere Dimension verbirgt? Neue, wenn auch schwer vorstellbare Theorien über Schwarze Löcher besagen, dass die Realität zweidimensional ist und unsere Welt eine Art von Hologramm ist. Während frühere Forschungen und Theorien den Schwarzen Löchern eine alles in sich verschlingende und vernichtende Existenz zugeschrieben haben, ergeben neuste Untersuchungen ein gänzlich neues Bild. Darin heißt es, dass Wissenschaftler eine sonderbare Entdeckung gemacht haben: Während etwas im Schwarzen Loch verschwindet, wird eine Kopie aller Daten vorgenommen und auf der Oberfläche des Schwarzen Lochs abgelegt. Das ist mit der Datenspeicherung auf einem Speichermedium am Computer vergleichbar.

Multiple Existenz auf Basis einer Matrix

Diese Erkenntnis geht soweit, dass es theoretisch möglich wäre, die Daten auf der Schwarzen Loch-Oberfläche auszulesen um etwas zu rekonstruieren, was zuvor verschwunden ist. Inhalt komplexer Vermutungen ist die Annahme, dass alles was im Schwarzen Loch verschwindet und als Information auf der Oberfläche kopiert liegt, an jedem andern möglichen Ort wiederhergestellt, also dreidimensional projiziert werden kann. So könnte unsere Existenz ein komplexes Hologramm gesammelter Informationen auf der Oberfläche des Universums sein. Die möglichen Erkenntnisse würden einer wissenschaftlichen Revolution gleichkommen - die Menschheit würde der Raum-Zeit-Thematik einen sehr großen Schritt näher kommen.

Was wenn das Universum zusammenbricht?

Wann das Holometer Experiment erste Ergebnisse liefert ist derzeit noch nicht klar. Während dessen hat sich der Astrophysiker Stephen Hawking zur Existenz des Universums geäußert. Gegenüber der Sunday Times informiert Hawkings aus seinem letzten Buch „Starmus“, dass das Higgs-Boson oder auch Gottes-Teilchen zu einem Kollaps von Raum und Zeit führen könnte. Der benötigte Energieaufwand oberhalb von 100 Milliarden Giga-Elektronenvolt würde dazu führen, dass das Gottes-Teilchen metastabil würde. Dies sei zwar realistisch kaum machbar, die Folgen aus dieser Theorie wären aber verheerend - das Universum könnte vollends zerstört werden. Was aber wenn das Universum, so wie wir es vermuten nur eine Projektion hinterlegter Daten und Informationen ist, wäre der Zusammenbruch dieser Matrix schließlich irrelevant?

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