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25. Mai 2013, 17:29 Uhr
Von René Beckmann
Wie das Jucken entsteht

Für den Juckreiz ist nur ein Molekül verantwortlich

Für den Juckreiz ist nur ein Molekül verantwortlichForscher finden heraus, dass der Juckreiz durch nur ein Molekül ausgelöst wird. Grafik: © Forschung und Wissen

Juckreiz kann viele Ursachen haben, dazu gehören vor allem allergische Reaktionen, Hauterkrankungen oder Erkrankungen innerer Organe. Forscher haben nun herausgefunden, wie der Juckreiz genau entsteht.

(U.S.A.). Amerikanische Forscher haben ein Molekül im Rückenmark bei Mäusen gefunden, welches für den Juckreiz verantwortlich ist. Mit den neuen Forschungsergebnissen könnten juckende Hautstellen zukünftig der Vergangenheit angehören. Das Nppb-Molekül befindet sich in einer spezifischen Nervenzelle im Rückenmark. Wie die Wissenschaftler im Versuch herausgefunden haben, sendet das Nppb-Molekül ein Impuls an das Gehirn, welches anschließend einen Juckreiz auslöst.

Die Forscher des National Institutes of Health hatten die Mäuse einer Reihe verschiedener Substanzen ausgesetzt, die bei den Tieren einen Juckreiz hervorrufen. In einer zweiten Versuchsreihe wurde den Mäusen das Nppb-Molekül entfernt, damit entfiel auch der Juckreiz bei den Tieren.

Nppb ist ein chemischer Botenstoff und gehört zu den Neurotransmittern. Diese übermitteln Impulse von einer Nervenzelle zu einer anderen. Die Versuche haben gezeigt, dass die Entfernung des Moleküls den Juckreiz ohne Nebenwirkungen verschwinden lässt. Da das Nervensystem von Mäusen sehr dem des Menschen ähnelt, hoffen die Forscher, dass sich die Forschungsergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen.

Mit dem Wissen lassen sich zukünftig vielleicht Medikamente herstellen, die sich ganz gezielt gegen das Nppb-Molekül richten. Dies wäre eine gute Nachricht für Millionen Menschen, die unter chronischen Juckreiz, wie beispielsweise bei Ekzemen, Schuppenflechten oder Neurodermitis leiden

Die Entwicklung eines Medikaments könnte sich allerdings als noch sehr schwierig herausstellen, da das Nppb-Molekül beim Menschen auch im Herzen, in den Nieren und anderen Organen vorkommt. Eine Molekülblockade im Rückmark könnte also negative Auswirkungen auf andere Organe und deren Funktion haben, wie die Forscher im Fachmagazin Science berichten.

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