Großes Potenzial

Batteriespeicher könnten im deutschen Stromsystem Milliarden einsparen

 Robert Klatt

Batteriespeicher stärken Wind- und Solarstrom )moc.sotohptisopedrteplam(Foto: © 

Deutschland erzielt durch den Ausbau von Wind- und Solarstrom hohe Ersparnisse. Große Batteriespeicher könnten die erneuerbaren Energien aber noch attraktiver machen, weil sie das Überangebot in Zeiten mit viel Sonne und Wind abfedern und dadurch das Abschalten von Anlagen und günstige Stromexporte reduzieren.

Berlin (Deutschland). In Deutschland haben erneuerbare Energien, vor allem die Wind- und Solarkraft, einen immer höheren Anteil an der Stromproduktion. Laut dem Monitoringbericht 2025 des Bundeskartellamts (BKartA) haben sie 2025 mehr als die Hälfte des Bruttostromverbrauchs gedeckt. Der starke Ausbau verursacht jedoch auch sogenannte „Hellbrisen“, also Zeiten, in denen es durch die hohe Einspeisung von Wind- und Solarstrom zu sehr geringen oder sogar negativen Strompreisen kommt. Erneuerbarer Strom muss also zeitweise sehr günstig exportiert werden oder die Anlagen werden abgeregelt.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) haben nun eine im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE) durchgeführte Studie publiziert, laut der ein schnellerer Ausbau von Batteriespeichern dem Bundeshaushalt in Deutschland Milliardenbeträge einsparen könnte.

20 Gigawatt (GW) Speicherleistung 

Laut der Studie hätten 20 Gigawatt (GW) Speicherleistung mit vier Stunden Speicherkapazität der Volkswirtschaft im Zeitraum Januar 2025 bis Ende Mai 2026 etwa 5,6 Milliarden Euro Ersparnisse ermöglicht, also rund 3,9 Milliarden Euro jährlich. Die Ersparnisse würden durch geringere EEG-Förderkosten, höhere Marktwerte der erneuerbaren Energien und einen besseren Stromkostensaldo im europäischen Stromhandel entstehen.

„Die Analyse zeigt: Speicher sind ein Sparprogramm für Stromkunden und Bundeshaushalt. Die Politik muss Speicher und Flexibilität jetzt schneller ermöglichen.“

Leichtere Transformation des Energiesystems

Die Berechnungen zeigen, dass ein entsprechend dimensionierter Batteriespeicher die Zeiten mit negativen Börsenstrompreisen (- 70 %) und die Abregelungsmengen (- 55 %) stark reduzieren würde. Zudem würden die Finanzierungsrisiken durch § 51 EEG bei Photovoltaik (- 75 %), bei Offshore-Windenergie (- 60 %) und bei Windenergie an Land (- 55 %) stark sinken.

Wie die Forscher erklären, ist der Ausbau neuer Wind- und Solarkraftwerke aber auch im aktuellen Stand, also ohne ausreichend große Batteriespeicher, kostendeckend. Deutschland konnte dadurch 2025 rund 0,3 Milliarden Euro einsparen, weil die strompreissenkende Wirkung deutlich größer als die zusätzlichen Förderkosten war.

Quellen:

Pressemitteilung des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE)

Spannend & Interessant
VGWortpixel