Neuroblastome

mRNA-Impfstoff mit Peptid-Nanopartikeln greift Krebszellen gezielt an

 Robert Klatt

Neue Krebsimpfung zeigt Erfolg gegen Neuroblastome )moc.sotohptisopednokanyretak(Foto: © 

Neuroblastome sind die tödlichste Krebsart bei Babys und Kindern. Ein neuer mRNA-Impfstoff mit Peptid-Nanopartikeln kann ein Protein auf der Oberfläche von Neuroblastomzellen gezielt angreifen und dadurch dem Immunsystem beim Bekämpfen helfen. Das Tumorwachstum sinkt dadurch deutlich.

Dublin (Irland). Neuroblastome sind bösartige Tumoren des Nervensystems, die aus unreifen Nervenzellen (Neuroblasten) entstehen und fast ausschließlich bei Babys und Kleinkindern auftreten. Die besonders aggressive Krebserkrankung breitet sich oft über das Blut und das Lymphsystem aus und bildet Metastasen im Knochenmark, der Leber, der Haut und an weiteren Körperstellen. Die Medizin kann Hochrisiko-Neuroblastome nur begrenzt behandeln und die Langzeitüberlebensrate liegt je nach Patientengruppe nur bei etwa 50 bis 60 Prozent.

In Anbetracht dieser Situation haben Forscher des Royal College of Surgeons in Ireland (RCSI) untersucht, ob ein mRNA-Impfstoff gezielt gegen die tödlichste Krebsart im Kindesalter eingesetzt werden kann. Sie haben dazu einen mRNA-Impfstoff entwickelt, der mit einem speziellen Peptidträger verabreicht wird.

mRNA-Impfstoff mit Peptid-Nanopartikeln

Wie die Wissenschaftler erklären, basiert der neue Impfstoff auf selbstorganisierenden Peptid-Nanopartikeln, die das Protein Glypican 2 (GPC2), das sich auf der Oberfläche von Neuroblastomzellen befindet, gezielt angreifen. In präklinischen Modellen hat die Impfung dadurch das Immunsystem so trainiert, dass dieses daraufhin Neuroblastomzellen erkennen und angreifen konnte. Das Tumorwachstum wurde dadurch um zehn bis elf Tage verzögert und das Tumorvolumen deutlich reduziert (- 70 %).

„Die mRNA-Impfstofftechnologie ist wie LEGO-Steine. Durch die Kombination verschiedener Steine können wir den Impfstoff mit hoher Präzision an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Diese Pilotstudie zeigt ein vielversprechendes Potenzial für die Entwicklung von Krebsimpfstoffen gegen Neuroblastome und gibt Kindern sowie Familien, die von dieser Krankheit betroffen sind, neue Hoffnung. Wir stehen noch am Anfang der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen, aber der erste Meilenstein wurde erfolgreich erreicht.“

GPC2 kommt auch bei anderen Krebsarten vor. Die Forscher sind deshalb der Ansicht, dass der neue Behandlungsansatz nicht nur bei Neuroblastomen, sondern auch bei anderen Tumoren verwendet werden kann.

Quellen:

Studie im Fachmagazin Molecular Therapy Oncology, doi: 10.1016/j.omton.2026.201244

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