Von: Dennis L.
Elektrische Felder

Strom lässt Wein in wenigen Minuten reifen

Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, welches Wein innerhalb weniger Minuten reifen lässt. Selbst Weinkenner sind vom Ergebnis positiv überrascht.

Perfekt gereifter Wein in wenigen Minuten.
© Tim Reckmann / pixelio.de

Guangzhou (China). Ein Team chinesischer Wissenschaftler von der Universität in Guangzhou haben ein Wein, genauer gesagt ein drei Monate alten Cabernet Sauvignon (Rotwein), unter Strom gesetzt und damit den Reifungsprozess des Weines erheblich beschleunigt. Die chemischen Reaktion die das Aroma des Rotweins ausmachen, werden laut den Wissenschaftlern durch die elektrischen Felder angestoßen. So wird innerhalb weniger Minuten die Qualität traditionell gereifter Weine erreicht.

Hohe Spannung, unterschiedliche Zeiten

Der Wein wurde zum Test jeweils eine, drei bzw. acht Minuten lang einem elektrischem Feld ausgesetzt. Der Wissenschaftler Xin An Zeng und seine Kollegen pumpten den Wein durch ein Rohr, wo er durch zwei Titanelektroden unter Spannung gesetzt wurde. Diese änderten regelmäßig ihre Polung, wie Zeng im Fachmagazin Innovative Food Science and Emerging Technologies erklärt.

Positive Bewertung durch Sommeliers

Nach dem der beschleunigte Reifeprozess abgeschlossen war, testeten zwölf Sommeliers den Wein: Alle waren von dem Ergebnis positiv überrascht. Die Wissenschaftler unterzogen den Wein zusätzliche einer chemischen Analyse. Die Reaktionen zwischen dem Alkohol und den Säuren des Weins sind demnach schneller abgelaufen als bei dem natürlichen Reifeprozess. Bei diesem Vorgang entstehen sogenannte Ester, die für das Aroma im Wein sorgen. Zudem wiesen die Wissenschaftler eine verringerte Konzentration langkettiger Alkohole nach. Diese chemischen Verbindungen sind beispielsweise für unangenehmen Gerüche und einem schlechteren Geschmack verantwortlich.

Weinkellereien haben bereits Interesse bekundet

Obwohl die Wissenschaftler bisher noch nicht genau verstehen, warum die elektrischen Felder den Wein schneller reifen lassen, haben bereits fünf chinesische Weinkellereien in die Technik investiert. Geräte für den Hausgebrauch sind derzeit nicht geplant, da die Kalibrierung nicht einfach ist und durch die starken elektrischen Felder unerwünschte Substanzen wie zum Beispiel Aldehyde entstehen.

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