Von: Andreas S.
Massensterben

Löschte ein Einzeller über 90 Prozent aller Arten aus

Das Massensterben an der Perm-Trias-Grenze löschte vor rund 251 Millionen Jahren über 90 Prozent aller lebenden Arten der Erde aus. Ursache des globalen Exitus könnte laut neusten Forschungsergebnissen ein unscheinbarer Einzeller mit dem Namen Methanosarcina sein.

Eine Amöbe als Repräsentant für die Gruppe der Einzeller.
© Cymothoa exigua / wikipedia.org

Cambridge (U.S.A.). Noch immer ist das große Massensterben an der Perm-Trias-Grenze vor rund 251 Millionen Jahren für Forscher ein Rätsel. Bislang vermuteten internationale Forscher, dass ein gewaltigen Meteoriteneinschlag oder eine Reihe extremer Vulkanausbrüche für das Massensterben verantwortlich waren. Damals starben rund 95 Prozent aller meeresbewohnenden Arten und mehr als zwei Drittel aller landbewohnenden Spezies in einem auffällig kurzen Zeitraum. Forscher des MIT haben nun eine weitere These zum damaligen Exitus: Sie vermuten, dass ein unscheinbarer Mikroorganismus für das globale Massensterben verantwortlich gewesen sein könnte.

Bisherige Thesen gehen derzeit davon aus, dass das große Massensterben am Übergang von Perm zu Trias geschah. Diese Zeit war von sehr starker vulkanischer Aktivität geprägt, welche den Anteil der Treibhausgase in der Erdatmosphäre drastisch erhöhte. Aus diesem Grund gehen einige Forscher davon aus, dass Vulkane für das Artensterben verantwortlich sind.

Allerdings passt das angenommene Szenario überhaupt nicht zu den bestätigten Fakten, meint Daniel Rothman vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Der Geophysiker analysierte verschiedene Sedimentproben aus dem ausgehenden Perm und stellt fest, dass der Kohlenstoffgehalt zu dieser Zeit viel zu schnell anstieg, um es alleine mit der hohen geologischen Aktivität erklären zu können.

Rothman vermutet, dass Mikroorganismen als Grund wahrscheinlicher sind, denn diese sind in der Lage einen derartig schnellen Anstieg des Kohlenstoffs zu bewirken. Ein Verdächtiger ist Methanosarcina, ein Methan-produzierendes Archaeon, das selbst heute noch für den Großteil des weltweit biologisch produzierten Methans verantwortlich ist. Eine genaue Untersuchung von Methanosarcina ergab, dass der Einzeller die Fähigkeit Methan zu produzieren vor etwa 231 Millionen Jahre entwickelt hatte - also kurz vor dem großen Artensterben.

Durch erhöhte Nickelwerte in den 251 Millionen Jahre alten Sedimentproben kamen die Forscher dem Einzeller auf die Spur. Dieser benötigt für eine schnelle Methanproduktion große Mengen des Metalls und die hohe Anzahl die damaligen Vulkanausbrüche dürfte Nickel in ausreichend großen Mengen ausgeworfen haben. Wie Rothman bei der Konferenz der American Geophysical Union Anfang Dezember in San Francisco erklärte, konnte so in kürzester Zeit so viel Methan in die Erdatmosphäre gelangen, dass über 90 Prozent der Arten ausstarben.

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