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Exoplanet GJ 357 d

Bewohnbare Supererde im neuentdeckten Planetentrio gefunden

Der kürzlich entdeckte Exoplanet GJ 357 d könnte bewohnbar sein, wenn ein ausreichend dichte Atmosphäre vorhanden ist, die die Gleichgewichtstemperatur wie auf der Erde anhebt.

Göttingen (Deutschland). Ein internationales Team aus Astronomen, an dem neben der NASA auch die Universität Göttingen beteiligt war, hat in einem benachbarten Sonnensystem drei neue Planeten entdeckt, von denen einer bewohnbar zu sein scheint. Die drei neu entdeckten Exoplaneten haben die Wissenschaftler im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics vorgestellt. Mit einer Entfernung von 31 Lichtjahren liegt der Stern, den die Exoplaneten umkreisen, für Weltraumverhältnisse relativ nah bei der Erde.

Eine Reise zu den Exoplaneten würde mit heutigen Mittel wie Stefan Dreizler vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen erklärt trotzdem mehrere Hundert Jahre dauern. Eine Besiedlung ist deshalb aus Sicht des Co-Autors der Studie, selbst wenn dies die Lebensbedingungen des Planeten ermöglichen würden, auch in Zukunft nicht realistisch.

Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS)

Beobachtet wurde das Planetentrio erstmals im Februar 2019 mithilfe des Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) der NASA. Die drei gefundenen Exoplaneten unterscheiden sich laut Analysen der Astronomen deutlich voneinander. Aufmerksam wurden die Wissenschaftler als erstes auf den Exoplaneten GJ 357 b, da seine Umlaufbahn den Stern teilweise verdeckt und damit das Licht abschwächt. Da die Temperaturen dieser sogenannten „heißen Erde“ etwa 250 Grad Celsius betragen, ist GJ 357 b allerdings nicht bewohnbar.

Nachdem die Existenz von GJ 357 b durch den Einsatz bodengestützter Messinstrumente verifiziert werden konnte, wurden auch Signale der Exoplaneten GJ 357 c und GJ 357 d entdeckt. GJ 357 c ist genau wie GJ 357 b aufgrund seiner hohen Temperatur nicht bewohnbar. Der Exoplanet mit dem etwa 3,4-fachen Masse der Erde hat laut Berechnungen der Astronomen eine Gleichgewichtstemperatur von 130 Grad Celsius.

Gleichgewichtstemperatur könnte Leben auf GJ 357 d ermöglichen

Besser sieht es für Leben auf dem Exoplaneten GJ 357 d aus. Berechnungen zeigen hier zwar eine Gleichgewichtstemperatur von minus 53 Grad Celsius, laut den Wissenschaftlern könnte in Abhängigkeit von der dichte der Atmosphäre des Exoplaneten aber flüssiges Wasser auf dem Himmelskörper vorkommen, was als Bedingung für Leben angesehen wird.

Physiker beschreiben mit dem Begriff Gleichgewichtstemperatur die Temperatur, die automatisch in einem System wie zum Beispiel einem Exoplaneten entsteht. Beeinflusst wird diese Temperatur auch durch die Dichte der Atmosphäre und den Treibhauseffekt, die die Gleichgewichtstemperatur ansteigen lassen. Aus diesem Grund wird nun untersucht, ob GJ 357 d eine dichte Atmosphäre besitzt, die die Gleichgewichtstemperatur deutlich über die derzeit bestimmten minus 53 Grad Celsius anheben könnte. Ein Beispiel für den großen Einfluss der Atmosphäre auf die Gleichgewichtstemperatur ist die Erde, deren Temperatur ohne Atmosphäre statt bei plus 15 Grad Celsius bei minus 18 Grad Celsius liegen würde.

Mit dem neuentdeckten erdähnlichen Exoplaneten GJ 357 d sind nach einer Aufstellung der Universität von Puerto Rico bereits rund zwanzig potenziell bewohnbare Planeten bekannt.

Astronomy & Astrophysics, doi: arXiv:1904.12818

7 Kommentare

Jakob Ullmann
Damits Wecht : Da haben Sie sich verrechnet. Ihr Ergebnis wäre korrekt bei 6-facher Masse und 1/2.5 des Voluments der Erde. Da das Volumen aber das 2.5-fache ist, wäre die Schwerkraft etwa 3-mal so stark wie auf der Erde. Das ist zwar nicht wirklich schön, aber nicht unmöglich.
s.krots
Die Anziehungskraft wären dort 37,1 N ungefährt (gerade ausgerechnet), womit es ca. das 3,78 Fache der Erdanziehungskraft ist.
Reini Urban
Hr. Wecht, Bewohnbar ist relativ. Es heisst lediglich dass entweder die Muskelmasse etwaiger lokaler Bewohner um den Faktor 6 größer ist (schlecht für uns) , oder lokale Bewohner sehr leicht sind (besser). Stolpern wäre aber gefährlich, ja. 31 Lichtjahre ist nicht die Welt, aber man würde sowieso nur Roboter schicken.
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