Von: Andreas S.
Technik extrem

Die Technik am Hamburger Containerhafen

Der Hamburger Hafen ist einer der größten und modernsten Häfen der Erde. Doch ohne Highend-Technik bewegt sich auf dem riesigen Gelände kein einziger Container.

Ein Containerschiff vor dem Hamburger Hafen.
© Alexander Sölch / wikipedia.org

Hamburg (Deutschland). Der Hamburger Hafen ist mit einer Fläche 7.236 Hektar der zweitgrößte Hafen Europas und der viertgrößte Hafen der Welt. Damit die Fracht der über 300 Meter langen Schiffe möglichst schnell gelöscht wird und die jährlich rund 9,7 Millionen verladenen Container alle zum vorgesehenen Bestimmungsort gelangen, setzt der Hamburger Hafen auf modernste Technik und rund 160.000 Mitarbeiter.

Es ist eine logistische Meisterleistung, dass jeder einzelne Container auf dem kürzesten Weg auf den vorhergesehenen LKW, auf den passenden Lagerplatz oder gleich auf das nächste Schiff verladen wird. Ohne vollautomatische Leitsysteme und Verladefahrzeuge, modernste stationäre Leseterminals auf dem gesamten Hafengelände und einem der modernsten logistischen Computersystemen der Welt geht am Hamburger Hafen allerdings gar nichts. Die gesamte Abwicklung läuft über das Computerleitzentrum, welches sich direkt auf dem Hafengelände befindet und einem Flughafentower sehr ähnlich sieht.

Die Computerleitstelle überermittelt dem Kranführer, welchen Container er als nächstes aus dem Schiff heben soll und wo genau er diesen abstellen soll. Voll automatisierte Fahrzeuge, die autonom über das gesamte Gelände fahren, bringen den Container anschließend zum vorhergesehen Bestimmungsort. Dabei behält der Computer die Übersicht über alle gelagerten und bewegten Container.

Die nahezu komplett computergesteuerte Abwicklung besitzt aber eine gewaltige Schwachstelle. So kann der kleinste Softwarefehler den gesamten Containerhafen zum Stillstand bringen. In einem solchen Fall heißt es für die Mitarbeiter: Abwarten bis der Fehler behoben ist. Bei einem Betrieb von der Größe des Hamburger Hafes bedeutet ein solcher Störfall: Tausende Euros an Verluste für die Redereien, denn diese haben einen sehr engen Terminplan.

Damit der reibungslose Ablauf am Hamburger Hafen garantiert werden kann, ist es notwendig das alle Schiffe sich so schnell wie möglich anmelden. Dies passiert bereits, wenn beispielsweise ein Schiff aus Singapur ausläuft. Teilweise liegen dem Hamburger Hafen Anmeldungen mit exakter Ankunftszeit und allen anderen relevanten Daten (wie Ladung, Tiefgang, etc.) für Zeiträume von drei Monaten vor. Nur durch eine solche akribische Planung lässt sich die unvorstellbare Logistik hinter dem Hafenbetrieb überhaupt stemmen.

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