Von: Dennis L.
Angeblich natürlich

Textilfarbe in Lebensmitteln nachgewiesen

Ein nicht zugelassener Azo-Farbstoff wurde in einem Pflanzenextrakt gefunden. Angeblich sind in natürlichen Hibiskus- und Rote-Beete Extrakten eine Textilfarbe gefunden worden.

Die Textilfarbe Reactive Red 195 wurde in mehreren Lebensmitteln nachgewiesen.
© Rolfw / wikipedia.org

Hohenheim (Deutschland). Normalerweise wird Hibiskus- und Rote-Beete Extrakt dafür genutzt, um Lebensmittel eine schöne rote Farbe zu geben. Jetzt wurde im Extrakt die Textilfarbe Reactive Red 195 gefunden. Der beigemischte Stoff ist für Lebensmittel nicht zugelassen. Ob er tatsächlich gesundheitsbedenklich ist, ist jedoch noch unklar.

Es ist Gang und Gäbe in der Lebensmittelindustrie, dass Lebensmittel gefärbt werden, damit diese appetitlicher aussehen. Wurstwaren die unbehandelt eine graue Tönung annehmen, werden dadurch ansehnlicher. Daher setzten Hersteller gerne natürliche Farbstoffe ein, die in sogenannten färbenden Lebensmitteln enthaltenen sind. Diese Farbstoffe müssen auch nicht als E-Nummern als Zusatzstoff deklariert werden.

Häufig sind die natürlichen Farbstoffe recht hitze- oder lichtempfindlich. Dadurch können sie bei unterschiedlichen PH-Werten den Farbton verändern. Viele Lebensmittelhersteller haben daher einen natürlichen Farbstoff gesucht, um den Farbton zu verbessern. Seit 2015 gab es diesen Farbstoff, bei dem es sich laut Beschreibung um einen natürlichen Stoff handelt, der immer stabil bleibt.

Der neue Farbstoff war Lebensmittelexperten zu perfekt

Da der Farbstoff intensivere Farben hervorrief, sind viele Lebensmittelhersteller stutzig geworden. Sie haben sich direkt an die Lebensmittelexperten der Universität Hohenheim gewandt, um den Stoff untersuchen zu lassen. Daraufhin analysierten die Forscher die verschiedenen Inhaltsstoffe des Hibiskus-Rote Beete Extrakts. Für eine genaue Untersuchung haben die Forscher insgesamt drei Proben des Farbstoffes aus Frankreich, der Türkei und Deutschland etwas genauer unter die Lupe genommen. Sie wurden mit einem Flüssigkeitschromographen und einer gekoppelten Massenspektronometrie untersucht.

Ein spezieller Textilfarbstoff wurde gefunden

Die Untersuchung zeigte, dass Hibiskus-Pigmente (Anthocyane) ganz gefehlt hat. Lediglich Spuren der typischen Rote Beete Pigmente wurde gefunden. Stattdessen wurde ein unbekanntes Pigment im Farbstoff gefunden, welches die besondere Stabilität und Farbbrillanz des Stoffes ausmacht.

Die Eigenschaften dieses Pigments stimmten mit einem Azofarbstoff überein, der vor allem für das Färben von Lebensmitteln verwendet wird. Die Daten der Studie legte die Vermutung nahe, dass Reactive Red 195 darin enthalten sein könnte. Daher analysierte das Team den Original Textilfarbstoff durch eine ähnliche Untersuchung. Nach der Untersuchungen waren sich die Experten einig, dass ohne Zweifel davon ausgegangen werden kann, dass alle drei Muster den gleichen Textilfarbstoff enthält.

Die gesundheitlichen Folgen sind noch nicht bekannteste

Was die Einnahme dieses Textilfarbstoffes im Körper tatsächlich bewirkt, ist bisher noch nicht bekannt. Fest steht nur, dass die Chemikalie zu den sogenannten Azofarbstoffen katalogisiert wird und bei Kindern eventuelle Hyperaktivität oder Aufmerksamkeitsstörungen auslösen kann. Durch die Southampton Studie aus dem Jahr 2007 müssen derart versetzte Lebensmittel den Hinweis führen: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.

Reactive Red 195 ist nicht für Lebensmittel zugelassen. Ein Versehen kann daher ausgeschlossen werden. Vielmehr scheint es, als wenn ein Experiment von einem Experten gestartet wurde, der das Lebensmittelrecht genau kennt und sich mit den Gesetzen genau auskennt.

Der Stoff lässt sich schlecht nachweisen

Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass es sehr schwer ist, Farbstoffe zu überwachen. Wenn ein Farbstoff in Lebensmitteln verarbeitet wurde, dann lässt er sich kaum noch nachweisen. Schließlich soll sich der Farbstoff perfekt mit den Textilien verbinden.

Folgen Sie uns
Oft gelesen