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Von: Dennis L.
Keine Beweise

Forscher untersuchen die sogenannten Chemtrails

Fast 80 angesehene Atmosphärenforscher sind der Ansicht, dass es sich bei besonders dicken Kondensstreifen nicht um eine absichtliche Freisetzung von Chemikalien handelt. In einer kritischen Untersuchung wurden nun die Beweise für die sogenannten Chemtrails widerlegt.

Kondensstreifen einer DC-8
© Jim Ross / wikipedia.org

Irvine (U.S.A.). Verschwörungstheorien kommen in unserer Gesellschaft zu Hauf vor - eine davon handelt von den Chemtrails. Nach Auffassung von Verschwörungstheoretikern nutzen internationale Konzerne und Regierungen Flugzeuge schon seit Jahrzenten dazu, unbemerkt Chemikalien in der Luft freizusetzen. Indizien dafür sollen besonders dicke und unnatürlich geformte Kondesstreifen sein. Immerhin glauben fast 17 Prozent der Menschen an diese Verschwörungstheorie. Atmosphärenforscher der University of California sind unter der Leitung von Steven J. Davis dieser Legende nun nachgegangen.

Neue Herangehensweise der Forscher

Auch wenn in der Vergangenheit die Theorie der Chemtrails bereits mehrmals widerlegt wurde, konnten bis heute die alteingesessenen Verschwörungstheoretiker nicht vom Gegenteil überzeugt werden. Unter anderem hatten das Umweltbundesamt, Greenpeace und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Theorie wiederlegt. Die Forschergruppe unter der Leitung von Steve J. Davis unternimmt nun den Versuch, die Belege der Anhänger der Chemtrail-Theorie zu untersuchen und auf Ihre Gültigkeit zu überprüfen. Wissenschaftliche Fakten stehen bei den Forschungsarbeiten dabei im Vordergrund.

Befragung der Experten

77 international angesehene Forscher bekamen von der University of California vier Fotos von verdächtigen Kondensstreifen und wurden dazu gefragt, wie sie diese Phänomene erklären würden. Dabei waren 100 Prozent der Forscher der Meinung, dass die angeblichen Chemtrails durch andere Ursachen erklärt werden können. Oft sahen die Forscher in den Bildern sogar ein und denselben Entstehungsgrund für die Kondensstreifen. Darüber hinaus bekamen die Wissenschaftler Laboranalysen von Schnee, Luftfiltern und Teichwasser, die mit Chemikalien versetzt waren. Auch hier war sich die Mehrheit der Forscher einig, dass die Verschmutzungen durchaus mit der normalen Belastung vergleichbar sind. Sie nannten Industrieschadstoffe als realistischsten Grund für die Verschmutzung.

Klimawandel und neue Antriebssysteme beeinflussen Kondensstreifen

Trotzdem waren auch die Forscher der Meinung, dass die Zahl und Intensität der Chemtrails zugenommen hat. Doch den Grund darin sehen sie in leistungsstärkeren Düsenantrieben und dem Klimawandel. Davis erklärt dazu aber, dass die Experten weder in den Fotos, noch in den Laboranalysen Beweise sahen, die die Chemtrail-Theorie beweisen. Die Anhänger der Verschwörungstheorie müssen nun akzeptieren, dass ein Zweifel an den von ihnen erbrachten Beweisen durchaus angebracht ist. Auch der Mitautor der wissenschaftlichen Untersuchung, Ken Caldeira, ist der Meinung, dass es wichtig wäre, zu zeigen, was Forscher zu den Kondensstreifen zu sagen haben, wie er im Fachmagazin IOP Science berichtet.

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