Von: Dennis L.
Umwälzströmung

Atlantik nimmt immer weniger CO2 auf

Die atlantische Umwälzströmung hat sich in den letzten Jahrzehnten verlangsamt. Aus diesem Grund gelangt weniger CO2-gesättigtes Wasser des Oberflächenwassers in die Tiefsee. Als direkte Folge kann der Atlantik weniger CO2 aufnehmen als früher.

Die Umwälzströmung im Atlantik verlangsamt sich weiter.
© RedAndr / wikipedia.org

Vigo (Spanien). Ein spanisch-französisches Forscherteam bestätigt, dass die Pufferwirkung des Atlantiks in den letzten Jahren messbar nach lässt. Der Grund dafür liegt in der Verlangsamung der atlantische Umwälzströmung. Diese transportiert normalerweise CO2-gesättigtes Oberflächenwasser in die Tiefsee. Durch die Verlangsamung bleibt das CO2-gesättigte Wasser länger an der Oberfläche und der Atlantik nimmt weniger von dem Treibhausgas Kohlendioxid auf, wie die Forscher im Fachjournal Nature Geoscience berichten.

Ozeane sind die größten CO2-Speicher der Erde und haben spielen eine entscheidende Rolle bei der Kohlendioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre. Wenn Forscher mehr über die Aufnahme von CO2 des Meeres verstehen, helfen sie komplexe Klimamodelle zu verbessern und genauere Prognosen zur Klimaveränderung zu erstellen.

Rund ein Viertel des vom Menschen verursachten Kohlendioxid wird heute in den Ozeanen gespeichert. Ältere Messungen haben bereits gezeigt, dass die Absorption von atmosphärischem Kohlendioxid im Bereich des subpolaren Nordatlantiks zwischen 1990 und 2006 deutlich gesunken ist. Zudem verlangsamte sich die Atlantische Meridionale Zirkulation, eine Umwälzströmung, die warmes Wasser in den Norden und kühles Wasser in den Süden bringt.

Ob diese beiden Beobachtungen ursächlich zusammenhängen, war bisher unklar, so Fiz Pérez vom spanischen Meeresforschungsinstitut IIM in Vigo. Pérez und seine Kollegen werteten für ihre Studie Daten zum Volumen, Wärmetransport und Kohlendioxidgehalt der ozeanischen Strömungen der letzten beiden Jahrzehnte aus. Dabei analysierten die Forscher die Daten für den sogenannten subtropischen Wirbel, zu dem unter anderem der Golfstrom zählt, und den weiter nördlich gelegenen subpolaren Wirbel getrennt aus.

Die Auswertung ergab, dass das vom Menschen erzeugte Kohlendioxid nicht in beiden Strömungswirbeln gleichermaßen absorbiert wird. "Das anthropogenen CO2 wurde nahezu ausschließlich im subtropischen Wirbel aufgenommen", erklärt Pérez. Im subpolaren Wirbel wird in erster Linie das natürliche, durch biologische und geophysikalische Prozesse freigesetzte, CO2 absorbiert. Ein kleiner Teil des überschüssigen anthropogenen Kohlendioxids wird über die Strömung, die die beiden Wirbel verbindet, nach Norden abtransportiert. Wie die Ergebnisse zeigen, hat sich in den letzten 20 Jahren vor allem die CO2-Aufnahme im nördlicheren Wirbel abgeschwächt.

Genau hier spielt die Verlangsamung der Strömung ins Spiel: "Wir zeigen, dass die Verlangsamung der meridionalen Umwälzströmung hauptsächlich für die verringerte CO2-Aufnahme verantwortlich ist", erklären die Forscher. Wenn weniger CO2-haltiges Wasser Richtung Norden fließt, sinkt dort auch weniger von dem Wasser in die Tiefe. Dies wiederum bedeutet aber auch, dass weniger CO2-haltiges Wasser von der Meeresoberfläche entfernt wird und kaum neues CO2 aus der Luft aufgenommen werden kann. Als Folge sinkt die Pufferwirkung des Atlantiks für das Treibhausgas CO2.

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