Von: Dennis L.
Pilotprojekt

Niederlande bauen ersten Solar-Radweg

Ein Radweg aus Solarzellen, der Strom für mehrere Haushalte bietet. Ein Pilotprojekt aus den Niederlanden, welches ab 2016 Energie für rund drei Haushalte sorgen soll.

Die letzten Meter des ersten Solar-Radweges der Welt.
© SolaRoad

Krommenie (Niederlande). Die kleine niederländische Gemeinde Krommenie, die etwa 25 Kilometer von der Hauptstadt Amsterdam entfernt liegt, erhält derzeit einen zukunftweisenden Solar-Radweg. Die erste Ausbaustrecke beträgt nur 70 Meter, wird aber bis zum Jahr 2016 auf rund 100 Meter erweitert. Der Bau des Hightech-Radweges der Firma Konsortiums SolaRoad dauert noch bis zum 24. Oktober, die Eröffnung findet anschließend am 12. November statt.

Damit der Solar-Radweg gebaut werden konnte, unterstützte die Provinz Nordholland das Pilotprojekt mir 1,5 Millionen Euro, der Hälfte der kompletten Baukosten. Der kleine Solar-Radweg soll am Ende drei komplette Haushalte mit Strom versorgen können.

Auch Straßen könnten Strom produzieren

Sten de Wit, Projektleiter des Solar-Radwegs, schwärmt schon über die Zukunft. Nicht nur Radwege, auch Straßen könnten in einigen Jahren zur Stromerzeugung genutzt werden. Und tatsächlich bauen die Niederlande nicht zur einen zukunftsweisenden Radweg, sondern in einem anderen Pilotprojekt bereits an der Straße der Zukunft.

Wit spekuliert, dass Elektrofahrzeuge auf Solarstraßen per Induktion direkt von der Straße aufgeladen werden könnten.

Modulare Bauweise

Der Solar-Radweg wird aus Betonmodulen zusammengesetzt. Unterhalb einer dicken Glasplatte befinden sich gut geschützt die Solarzellen. Durch das dicke Schutzglas kann auf den Radwegen selbst ein LKW problemlos fahren. Vergleicht man die Effizienz, schneidet der Solar-Radweg allerdings schlechter ab, als Solar-Module auf Hausdächern. Diese haben den Vorteil, dass sie direkt nach der Sonne ausgerichtet sind. Damit produziert der Solarradweg rund 30 Prozent weniger Strom als eine durchschnittliche Solaranlage auf dem Dach.

Solar-Straßen der Zukunft

Die Idee Straßen als Kraftwerke zu nutzen ist nicht neu. Ein US-amerikanisches Ehepaar hat vor einigen Monaten mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne rund zwei Millionen Dollar für den Bau der ersten Solarstraße der Welt eingesammelt. Vielleicht ein Projekt, dass sich lohnt: Wäre jede Autobahn in den USA eine Solarstraße, würde die USA dreimal so viel Strom produzieren, als sie derzeit verbrauchen – allerdings ist eine Solarstraße auch rund dreimal so teuer wie eine normale Straße.

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