Von: Dennis L.
Neue SIM-Karten

Die eSIM ersetzt ab 2016 nach und nach die SIM-Karten

Viele Mobilfunkanbieter haben Angst vor der neuen Apple Sim. Dabei soll durch die eSim alles einfacher werden. Eine Vernetzung der unterschiedlichsten Geräte sowie die Mobilfunknutzung im Ausland und ein Tarif-, Anbieter- und Netzwechsel soll durch die neue eSIM vereinfacht werden.

Die SIM-Karte hat ausgedient.
© Tomasz Sienicki / wikipedia.org

Bonn (Deutschland). Noch in diesem Jahr werden die ersten Smartphones und Tablets mit einer integrierten SIM-Karte auf dem Markt gehen. Vorbei ist die Zeit der wechselbaren SIM-Karten. Die neue Art der Karte wird als Embeddes SIM beziehungsweise eSIM bezeichnet. Im Bereich der M2M (Maschine zu Maschine-Kommunikation) ist die Karte schon seit Jahren aktiv. Sie hat die gleiche Funktionalität, wie herkömmliche, wechselbare SIM-Karten im Micro, Mini oder Nano Format. Die Hersteller von internetfähigen Geräten sind der Meinung, dass durch die festeingebaute programmierbare SIM-Karte mehr Flexibilität beim Design der Geräte und eine bessere Vertriebsmöglichkeit gewährleistet ist. Der Zugang zu neuen Märkten wäre dann leichter. Die Karten können nicht nur für Smartphones genutzt werden, sondern auch für Tablets, Laptops, Smartwatches und Fitness-Tracker und sogar für Kameras, Fahrräder, Haushaltsgeräte, Autos und Kleidung.

Das Fachportal Handytarif.com listet einige Vor- und Nachteile der eSIM auf. So soll beispielsweise der Wechsel von Anbietern, Tarifen oder dem Netz für den Nutzer einfacher werden. Ein direkter Vergleich der unterschiedlichen Angebote ist möglich. Anstatt dass eine neue SIM-Karte im richtigen Format gekauft werden muss, die in den entsprechenden Einschub im Tablet oder Handy eingelegt wird, wird der integrierte Chip ganz einfach neu programmiert. Das kann sogar ganz spontan erfolgen, wenn zum Beispiel im Ausland die teuren Roaming Kosten vermieden werden sollen. Die Änderung kann durch das Abfotografieren des QR-Codes mit der Tablet Kamera oder dem Smartphone erfolgen. Es ist denkbar, dass gleich mehrere mobilfunkfähige Geräte viel einfacher unter einem Vertrag genutzt werden können. Zusätzlich bietet die im Gerät versiegelte SIM Karte mehr Sicherheit.

Die Telekom gibt in einem Blogbeitrag bekannt, dass die Einführung der neuen eSIM dafür sorgt, dass immer mehr Geräte internetfähig sind. Demnach wird jeder einzelne von uns schätzungsweise im Jahr 2020 bis zu zehn vernetzbare Geräte verfügen. Dann wäre es natürlich sinnvoll, wenn alle Geräte einfach aktiviert, verwaltet und gehandhabt werden können. Dass auch die Telekom offensiv mit dem Thema eSIM umgeht, überrascht etwas. Schließlich hat der Mobilfunkbetreiber mit seinen Millionen Kundenverträgen viel zu verlieren. Daher versuchen sie lieber einen Einfluss auf die künftige Gestaltung der eSIM Karte zu nehmen. Auch andere Mobilfunkanbieter wie O2 und Vodafone schalten sich mit ein.

Samsung und Apple preschen vor

Apple und Samsung verhandeln derzeit gerade, um einen einheitlichen eSIM Standard, der die Profilverwaltung auf der eSIM festlegen soll. Eine Einigung wird noch vor dem Jahreswechsel erwartet. Beide Anbieter machen Druck mit ihren eigenen SIM-Karten. Seit Mitte des vergangenen Jahres bietet Cupertino in den USA, Großbritanien und jetzt auch in den deutschen Apple Stores das iPad Pro, iPad Mini 3 und das iPad Air2 mit einer integrierten SIM-Karte an. Hiermit kann direkt ein Netzbetreiber gewählt werden. Im vergangenen September wurde auf der IFA die neue Smartwatch Gear 2 mit integrierter SIM-Karte vorgestellt.

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