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Von: Dennis L.
Fortschritt in Chemotherapie

Chemotherapie mit Nanopartikel-Generator zerstört Lungenmetastasen

Ein Forscherteam ist es gelungen, den Wirkungsgrad von Chemotherapien durch Nanopartikel deutlich zu erhöhen.

Lungenkrebszellen bei der Zellteilung.
© National Institutes of Health / wikipedia.org

Houston (U.S.A.). Weil das injizierte Krebsmittel meist nicht in der optimalen Menge in die Krebstumor-Zellen eindringen kann, bleibt die Wirksamkeit von einer klassischen Chemotherapie meist begrenzt. Doch amerikanischen Forschern um Mauro Ferrari vom Houston Methodist Research Institute ist nun offenbar der Durchbruch gelungen. Sie haben mikroskopisch kleine, aber poröse Silikonscheiben verwendet, um das Krebsmittel Doxorubicin mit einer weitaus höheren Effizienz in Lungentumore transportieren zu können.

Im Tierversuch erfolgreich

Die Arbeit ist inzwischen schon so weit vorangeschritten, dass man längst nicht mehr nur bei der Theorie ist, dass am Zielort (der Tumorzelle) Nanopartikel aus Doxorubicin-Molekülen freigesetzt werden, die dort eindringen und die Krebszellen zerstören. Man ist inzwischen schon bei Tierversuchen angelangt, wo es gelungen ist mit einem injizierbaren Nanopartikel-Generator (iNPG) die Hälfte der zuvor mit Lungenmetastasen infizierten Mäuse zu heilen. Darüber berichteten vor kurzer Zeit die Forscher nun auch stolz im Fachblatt Nature Biotechnology. Im nächsten Jahr sollen nun klinische Studien zeigen, ob ein entsprechender Behandlungserfolg auch beim Menschen zu erzielen ist. Erste Schritte dazu sind auch schon gemacht. Denn das Forscherteam konnte bereits den Wirkmechanismus des iNPG an Kulturen von Brustkrebszellen nachweisen.

Hohe Wirksamkeit dank effektiver Einschleusung in die Krebszellen

Diese vom Forscherteam vom Houston Methodist Research Institute entwickelte neue Methode zur Durchführung einer Chemotherapie rund um die Wirkung des Krebsmittels Doxorubicin hat aber nicht nur nachgewiesen, dass durch den Nanopartikel-Generator eine Steigerung der Effektivität geschieht. Vielmehr wird gleichzeitig auch die Schädigung des noch gesunden Gewebes verringert, denn die Nanopartikel bestehen aus der inaktiven Form des Medikaments. Das heißt erst nach dem Eindringen in den Krebszellen werden die Nanopartikel aktiv. Die biologisch abbaubaren porösen Silikonscheibchen garantieren hier einen reibungslosen Transport zur Krebszelle. Diese Scheiben haben einen Durchmesser von 2,5 Mikrometer. Anders als es bei einer bisherigen normalen Chemotherapie geschieht entweicht kein Krebsmittel mehr aus der Krebszelle, da die sauren pH-Werte im Zellinneren die Bindungen der Doxorubicin-Molekülen lösen und das aktive Krebsmittel erzeugen.

Nebenwirkungen können ebenfalls verringert werden

Zudem konnten die Forscher um Mauro Ferrari bereits vermelden, dass die bei einer konventionellen Chemietherapie üblichen Nebenwirkungen in Form von Herzgewebeschädigungen ausblieben nach den bisherigen durchgeführten Tests.

Hoffnung für tausende Patienten

Wenn sich im Rahmen der klinischen Studien die bisherigen Erkenntnisse der bestätigen, dann bedeutet dies Hoffnung für tausende von an Krebs erkrankten Menschen - entweder auf Heilung, also einen hohen Gewinn an Lebensjahren.

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