Von: Dennis L.
Studie soll Klarheit bringen

Was meinen Katzen mit miau?

Viele Katzenbesitzer sind davon überzeugt, dass ihr Liebling auch mit ihnen kommuniziert. Ist eine Verständigung zwischen Mensch und Katze tatsächlich möglich? Eine Katzenliebhaberin und Expertin für Lautlehre geht im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie dieser Frage nach.

Was bedeutet das Miau einer Katze eigentlich?
© Stefanie Raase / pixelio.de

Lund (Schweden). Die Wissenschaftlerin Susanne Schötz ist sich sicher, dass Katzen unter ihresgleichen so gut wie nie miauen. Nimmt der Katzenbesitzer ein Miau seiner Katze wahr, dann richtet sich dieser Laut an ihn. Diese Erkenntnis veranlasste die Katzenliebhaberin, die selbst drei Katzen hat, zu der Annahme, dass Tiere während ihres Lebens eine eigene Sprache für den Menschen entwickeln.

Forschungsprojekt widmet sich den Miau-Nuancen

Für Menschen, die mit Katzen zusammenleben, steht fest, dass das Miau je nach Bedürfnis unterschiedlich klingt. Will sie spielen, hört sich das anders an, als wenn sie eine Streicheleinheit will. Wiederum anders klingt es, wenn sie hungrig ist. Laut Susanne Schötz entwickelt sich zwischen dem Menschen und seiner Katze eine Bedarfssprache, um eine bessere Kommunikation zu ermöglichen. Um diese These wissenschaftlich zu beweisen, führt die Katzenfreundin und Expertin für Phonetik an der Universität Lund Untersuchungen mit Katzenhalten und ihren Tieren durch. Im Rahmen des Projektes Melody in Human-Cat Communication richtet sich die Aufmerksamkeit des schwedischen Forschungsteams um Schötz vor allem auf die Melodie der Katzenlaute.

Sprechen Katzen unterschiedliche Dialekte?

In ihren Untersuchungen gehen die Forscher mehreren Fragen nach. So interessiert sie, ob alle Katzen in der gleichen Situation ein identisches Verhalten zeigen und ob es möglicherweise Unterschiede in Hinblick auf Rassen, Geschlecht, Alter oder Geografie gibt. Ebenso wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Sprache der Katze von der Sprache oder sogar dem Dialekt des Menschen abhängt. Um mögliche regionale Sprachunterschiede zu identifizieren, wählten die Forscher Studienteilnehmer aus zwei voneinander entfernten Regionen, dem im südlichen Schweden gelegenen Lund sowie der etwa 500 Kilometer nördlich von Lund gelegenen Hauptstadt Stockholm, aus. Diese beiden Dialektgebiete eignen sich insofern besonders gut, als dass sie durch Studien sehr gut erforscht sind.

Welchen Effekt hat die Stimme des Menschen auf das Tier?

Ferner beschäftigt die Wissenschaftler die Tatsache, dass die meisten Katzenbesitzer dazu neigen, mit ihren Tieren in einer höheren Tonlage zu sprechen, sodass die Unterhaltung stark der mit einem Kleinkind ähnelt. Gefällt es der Katze wirklich, dass man mit ihr wie mit einem Baby spricht oder wollen sie lieber als Erwachsener angesprochen werden?

Zur Klärung dieser Frage werden die Teilnehmer mit Hilfe von Tonbändern und Minikameras in ihrem Alltag beobachtet. Nachdem zuvor mehrere Sprachbeispiele aufgezeichnet und gesammelt wurden, werden diese mit Hilfe von Lautsprecherboxen im Haushalt der Tiere abgespielt. Eine Kamera nimmt schließlich die Reaktionen der Katzen auf die unterschiedlichen Sprachbeispiele auf und die Forscher können die Bewegungen sämtlicher relevanter Körperpartien wie Ohren, Kopf und Körper beobachten.

Von der Studie erhoffen sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der Tiere. So ist es in der Tiermedizin wichtig, was die Katze mit ihren Lauten tatsächlich zum Ausdruck bringen möchte. Die Arbeit mit Katzen als Therapietieren profitiert insofern von den Forschungsergebnissen, als dass es von entscheidender Bedeutung ist, dass Betreuungspersonen die Laute der Katze zu verstehen wissen.

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