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Von: Andreas S.
Verwandlung

Seltene Bakterien formen kleine Gold-Nuggets

Viele Organismen haben sich den extremen Bedingungen einiger Lebensräume angepasst. So kann das Bakterium Delftia acidovorans schädliche Goldionen zu kleinen Goldnuggets formen. Bei diesem Prozess hilft den Bakterien ein Eiweiß mit der Bezeichnung Delftibactin A.

Gold-Nuggets, geformt von Bakterien.
© Ikiwaner / wikipedia.org

Hamilton (Kanada). Kanadische Wissenschaftler berichten im Fachmagazin Nature Chemical Biology dass das Bakterium Delftia acidovorans gelöstes Gold in kleine Goldnuggets umwandelt. Die Bakterien tun dies, weil sie so, die für sie gefährlichen Goldionen in der Umgebung unschädlichen machen können.

Die Bakterien mit dem Namen Delftia acidovorans sind dafür bekannt, dass sie als dünner Biofilm auf der Oberfläche von Goldklumpen leben. Dies ist erstaunlich, denn für die Mikroorganismen ist der Lebensraum Gold eigentlich tödlich.

Der Wissenschaftler Nathan Magarvey von der McMaster University in Hamilton untersuchte nun die außergewöhnliche Überlebensstrategie des Bakteriums. Seinen Forschungsergebnissen zur Folge sondern die Bakterien das Eiweiß Delftibactin A ab. Dieses sorgt dafür, dass sich die winzigen Goldionen zusammenlagern. Im Anfangsstadium werden aus so aus den Goldionen Gold-Nanopartikel, die bereits für die Bakterien ungefährlich sind. Im Laufe der Jahre verklumpen die Goldpartikel immer weiter, bis sich schließlich kleine Goldnuggets bilden.

Auch andere Bakterien haben gelernt, in extrem goldreicher Umgebung zu überleben. So machen Cupriavidus metallidurans Bakterien Goldionen auf biologische Art unschädlich. Nimmt dieses Bakterium gelöstes Gold auf, wird es nach wenigen Tagen als winziges Goldklümpchen wieder abgegeben. Somit schaffen Cupriavidus metallidurans Bakterien mit eigenen Zellen, was die Delftia acidovorans Bakterien mit dem abgesonderten Biofilm schaffen: Das Verklumpen von Goldionen zu kleinen Goldnuggets.

Der australische Wissenschaftler Joël Brugger von der University of Adelaide vermutet, dass sich die Bakterien auch für industrielle Zwecke nutzen lassen können. So könnten die Mikroorganismen das gelöste Gold in besonders steinigen Böden verklumpen lassen. Diese größeren Goldklumpen können dann besser von Maschinen gefördert werden.

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