Von: Dennis L.
Leben auf Exomonden

Zahlreiche Monde von Exoplaneten könnten Wasser beherbergen

Dass es unter Umständen auf dem ein oder anderen Mond in unserem oder weit entfernten Sonnensystemen Wasser gibt – und somit die Wahrscheinlichkeit für Leben dort steigt – ist zwar nichts Neues, aber immer wieder faszinierend. Meist allerdings umkreisen diese Monde aber unwirtliche Gasriesen wie Jupiter und Saturn und liegen viel zu weit von lebensspendenden Sonnen entfernt. Was allerdings in unserem Sonnensystem nicht ist, könnte in anderen Sternensystemen ganz anders aussehen. Gemäß einer neuen Studie dürfte es in unserem Universum sogar mehr Monde mit Wasser in planetarer Größe geben als bewohnbare Planeten.

Gibt es Wasser auf Monden? Astronomen glauben daran.
© nasa.gov

Ontario (Kanada). Bisher wurden weit über 2.000 Planeten entdeckt, die in den weiten des Universums einen Stern umkreisen. Einige dieser Exoplaneten dürften, gemessen an irdischen Standards, bewohnbar sein, da sie im gleichen Maße nah und fern genug dem lebensspendenden Stern liegen (in der sogenannten habitablen Zone), damit Wasser in flüssiger Form auf der Oberfläche dieser Planeten vorhanden ist. Eine der theoretischen Grundlagen für irdisches Leben wäre damit also gegeben. Die Mondversion solcher Planeten allerdings konnten Astronomen, allein schon auf Grund der oft geringen Größe der Trabanten, bisher nicht ausfindig machen können.

Die Astrophysiker René Keller und Ralph Pudritz von der McMasters University im kanadischen Ontario haben nun aber, während einer Untersuchung zur Möglichkeit der Existenz von Exomonden festgestellt, dass sich bisherige Modelle zur Berechnung nur auf felsige Planeten von etwa Erdgröße in der habitablen Zone beschränken.

So wurden bisher rund ein Dutzend Planeten innerhalb der habitablen Zonen ferner System ausgemacht, die in diese Größe passen. Keinem dieser Planeten konnte jedoch ein Mond zugeordnet werden. Viel häufiger aber als unserem Planten ähnliche Exoplaneten finden sich riesige Gasriesen, die ihrer Sonnen sehr nahe liegen, extrem heiß sind und für eine Umrundung ihres Sterns nur wenige Tage brauchen.

Diese sogenannten heißen Jupiter wären zwar alles andere als bewohnbar, liegen aber dennoch innerhalb der grünen Zone ihres Sterns. Wenn einer dieser gigantischen Exoplaneten nun einen oder mehrere Monde hätte, so lägen auch diese in dem nötigen Abstand zum zentralen Stern dieser Sonnensysteme, in dem flüssiges Wasser auf der Mondoberfläche vorhanden sein könnte.

Wie die Forscher vorab auf ArXiv.org und in einer kommenden Ausgabe des The Astrophysical Journal berichten, bestätigen ihre Berechnungen frühere Vermutungen, wonach die Größe von Monden mit der Größe eines potentiellen Mutterplaneten ansteigen kann. Super-Jupiter könnten also auch „Super-Monde“ besitzen, deren Größe sogar die des Planeten Mars übersteigen könnte.

Zahlreiche Monde mit Wasser vermutet

Abweichend von bisherigen Studien kommen die beiden Kanadier nun zu der Schlussfolgerung, dass eben diese Monde von extremem Wasserreichtum sein könnten und somit sogar die nötigen Voraussetzungen erfüllen, damit auf ihnen bereits Leben entstanden sein könnte. Aber sie gehen in ihrer Studie noch einen Schritt weiter: Aufgrund der großen Anzahl bislang entdeckter „Hot Jupiter“ könnte es sich bei diesen riesigen Wasser-Monden um die größte Gruppe potentiell lebensfreundlicher Himmelskörper im Universum handeln:

„Sollten marsgroße Monde um Super-Jupiter die Regel sein, so könnte es davon deutlich mehr Exemplare geben als potentiell lebensfreundliche Planeten“, so Heller. „Ein Planet von der 10-fachen Masse unseres Jupiters könnte ein System aus Monden besitzen, dessen Masse etwa der 10-fachen Masse aller großen Jupitermonde und somit der 6-fachen Masse des Mars entspricht. Verteilt man diese Masse auf drei bis vier Monde, so käme jeder dieser Mond auf etwa ein bis zwei Marsmassen.“

Je größer die Masse eines Mondes,desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Himmelskörper all die Eigenschaften mit sich bringt, die Leben auf der Oberfläche möglich machen.

Mit derzeit zur Verfügung stehenden Technologien sollten so große Monde um weit entfernte Gasplaneten relativ gut auffindbar sein: „Ein Mond von der Masse des Mars, der aus bis zu 50 Prozent Wasser besteht, wäre größer als der Rote Planet selbst und konnte wohl bis zu 70 Prozent des Erddurchmessers erreichen.“ Bereits beim ersten Durchgang der Suche nach Exoplaneten mit dem NASA-Weltaumteleskop Kepler könnten solche Monde schon entdeckt worden sein, ihre Daten aber noch der Auswertung harren.

„Um die Sache noch spannender zu machen, könnte es durchaus möglich sein, dass ein Riesen-Jupiter über gleich mehrere lebensfreundliche Exomonde verfügt, auf denen jedoch gänzlich unterschiedliche Bedingungen vorherrschen“, so die Autoren der Studie abschließend. „Eine Zivilisation auf einem dieser Monde hätte also gleich mehrere Nachbarwelten, mit extrem interessanten astrobiologischen Bedingungen, die es zu erforschen gelte“.

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