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Von: Dennis L.
Wasser wirft Fragen auf

Wasser auf dem Mond lässt an Entstehungstheorie zweifeln

Neue Untersuchungen von Mondgestein der Apollo-Missionen belegen, dass der Wasseranteil des Mondes früher wesentlich höher war als heute. Dies lässt Wissenschaftler an der bisherigen Entstehungstheorie unseres Erdtrabanten zweifeln.

Wasser auf dem Mond lässt an Entstehungstheorie zweifeln
In den Kratern fanden die Forscher Spuren von Wasser.
© nasa.gov

Notre Dame (U.S.A.). "Bis zur Apollo-Ära haben wir gedacht, der Mond sei komplett wasserlos", so Hejiu Hui von der amerikanischen University of Notre Dame. "Diese Ansicht wurde jedoch durch die Entdeckung von Wasser an der Mondoberfläche und in lunarem Gestein herausgefordert." Verschiedene Mondsonden haben in den letzten Jahren an schattigen Stellen Wassereis dicht unter der Mondoberfläche nachweisen können. Neuste Messungen deuten auch auf Wassereis in sonnenbeschienenen Gebieten der Mondoberfläche hin.

Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass sich das wenige Wasser erst nach der Entstehung auf dem Mond eingelagert hätte. Bislang dachte man, dass Asteroiden und Kometen das Wasser auf den Mond gebracht haben. Eine andere Theorie machte den Sonnenwind für die Entstehung des Wasser auf dem Mond verantwortlich. Der Sonnenwind ist ein Teilchenstrom aus Protonen, also aus Atomkernen von Wasserstoff. Dieser kann durch chemische Reaktionen mit Sauerstoff zu Wasser werden und sich auf der Mondoberfläche ablagern.

Hui und seine Kollegen haben in Proben des Mondgesteins der Apollo-Missionen eingebettete Mineralien, sogenannte Kalknatronfeldspate, auf ihren Wassergehalt untersucht. "Die analysierten Mineralkörnchen stammen aus dem inneren einzelner Gesteinsbrocken", erklären die Forscher im Fachmagazin Nature Geoscience, "eine Zufuhr von Wasserstoff durch den Sonnenwind können wir deshalb ausschließen." Der Sonnenwind dringt nur maximal 0,2 Mikrometer tief in das Gestein ein. Trotzdem wiesen die Forscher einen Wasseranteil von 0,00027 Prozent in den Mineralien nach.

Die Wissenschaftler folgen aus den Ergebnissen, dass das Wasser bereits bei der Entstehung des Mondes entstanden sein muss. So hat die Kristallisation des lunaren Magmaozeans länger gedauert als im bislang verwendeten Szenario eines trockenen Mondes. So spielt das Wasser auf dem Mond eine bislang unterschätzte Rolle bei der Entstehung unseres Erdtrabanten.

Bislang glaubte man, dass der Mond bei einer gewaltigen kosmischen Kollision mit der Proto-Erde entstanden ist. Die dabei entstehende Hitze hätte aber alles Wasser verdampfen lassen müssen. So könnte die aktuelle Theorie zur Mondentstehung falsch sein.

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