Von: Dennis L.
Zutaten für Leben

Organische Verbindungen auf Ceres entdeckt

Astronomen haben mit Hilfe von Dawn-Daten organische Verbindungen auf dem Zwergplaneten Ceres nachweisen können. Damit tritt Ceres der exklusiven Gruppe von Himmelskörpern bei, auf denen primitive Lebensformen theoretisch existieren könnten.

Astronomen entdecken organische Verbindungen auf Ceres.
© nasa.gov

Rom (Italien). Die NASA-Sonde Down, die seit Anfang 2015 den Zwergplaneten Ceres untersucht war bisher ein voller Erfolg. Die übermittelten Daten haben viele Fragen aber auch viele Antworten geliefert. So rätselten beispielsweise Astronomen wochenlang, was es mit den weißen Flecken auf Ceres auf sich hat. Es zeigte sich schließlich, dass es sich dabei um mineralische Auswürfe handelt, welche offenbar aus dem Inneren von Ceres stammen.

Diese Entdeckung zeigt, dass Ceres nicht nur ein 960 Kilometer großer Felsklumpen im Sonnensystem ist, sondern das sich unter seiner Oberfläche komplexe geologische Aktivitäten abspielen. Neuste Messungen zeigen, das Ceres zwischen 20 und 30 Prozent Wasser besitzt, welches zum Großteil unter einer dünnen Schicht aus Regolith befindet. Die Astronomen der NASA gehen sogar davon aus, dass das Wasser auf Ceres flüssig ist.

Die Kombination aus flüssigen Wasser und Mineralien lassen jeden Astrobiologen hellhörig werden. Er recht, wenn Maria Cristina De Sancits und ihre Kollegen vom Nationalen Institut für Astrophysik in Rom im Fachmagazin Science schreiben, dass sie anhand der Dawn-Daten organische Moleküle auf Ceres Oberfläche nachweisen konnten.

Organische Verbindungen stammen von Ceres selbst – nicht von Asteroiden oder Kometen

Bei den neu entdeckten organischen Verbindungen handelt es sich hauptsächlich um aliphatische Kohlenwasserstoffe, also nicht-aromatische Verbindungen, welche die Wissenschaftler in der Nähe des Ernutet-Kraters entdeckt haben. Die Astronomen schreiben, dass sie leider nicht feststellen konnten um welche organische Verbindungen es sich genau handelt, aber die Messdaten deuten auf Teer-ähnliche Substanzen hin.

Zudem sind sich die Astronomen sicher, dass die organischen Verbindungen nicht von Asteroiden oder Kometen stammen. Das Verteilungsmuster der Funde deuten darauf hin, dass sie im Inneren von Ceres entstanden sind und von dort aus an die Oberfläche gekommen sind.

Damit verfügt mit den ammoniakhaltigen und hydratisierten Mineralien, dem Wasser und den Karbonaten, sowie den Salzen und den organischen Verbindungen über alle wichtigen Zutaten für primitives Leben. Damit gehört Ceres, neben dem Mars, Europa, Enceladus und Titan, zu der Gruppe an Himmelskörpern, auf denen theoretisch Leben existieren könnten.

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