Von: Dennis L.
Planmäßiger Ablauf

NASA-Sonden auf dem Mond abgestürzt

Die Mission ist beendet, die Grail-Sonden Ebb und Flow sind kontrolliert auf dem Nordpol des Mondes eingeschlagen. Die beiden NASA-Sonden, mit der Größe eines Kühlschranks, zerschellten wie geplant auf der Mondoberfläche.

Planmäßiger Absturz der Sonden auf dem Mond.
© nasa.gov

Cambridge (U.S.A.). Nachdem die Grail-Zwillingssonden der NASA knapp ein Jahr lang den Mondorbit umkreisten und viele wissenschaftliche Daten sammelten, beendete die NASA die Mission mit zwei kontrollierten Abstürzen in der Nähe des Nordpols des Mondes. Zuerst flog die Sonde Ebb das Ziel, einem Berg in der Nähe des Nordpols, an und zerschellte dort. Die Sonde Flow folgte etwa 30 Sekunden später mit dem gleichen Ziel. Wie ein Sprecher der NASA mitteilte, stürzten die Sonden mit etwa 6.050 Kilometern pro Stunde auf die Mondoberfläche. Da die Absturzstelle auf der Schattenseite des Mondes liegt, gibt es von dem Absturz keine Bilder.

Maria Zuber, vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge und Leiterin der Grail-Mission bestätigte, dass der Treibstoff der Sonden nahezu aufgebraucht war. Daher war das Fortführen der Mission nicht mehr möglich. "Es ist schwer, sich zu verabschieden", fügte Zuber hinzu.

Die gewählte Absturzstelle auf der Schattenseite des Mondes wurde gewählt, um zu verhindern, dass durch ein Unglück die historischen Landestellen des Apollo-Programms beschädigt werden. "Auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering ist, wollten wir kein Risiko eingehen", so Zuber.

Selbst die kontrollierten Absürze der Sonden waren Bestandteil der wissenschaftlichen Experimente. Anhand des verbrauchten Treibstoffs kann der Bedarf zukünftiger Missionen genauer berechnet werden. Ursprünglich gingen die Wissenschaftler von einer Missionsdauer von drei Monaten aus. Da der Treibstoff nun doch ein Jahr gehalten hat, überraschte nicht nur die Experten der NASA.

Die beiden Mondsonden haben das Schwerefeld des Mondes untersucht. Die gewonnenen Daten sind die genausten, die den Wissenschaftlern zur Verfügung stehen. Die Sonden Ebb und Flow flogen dazu, leicht versetzt, auf der selben Flugbahn und übermittelten fünf Mal pro Sekunde die aktuelle Position - bis auf 0,1 Mikrometer genau.

Das überraschendste Forschungsergebnis der Grail-Mission war der Fund von 480 Kilometer langen Magmakanälen im Inneren des Mondes.

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