Von: Dennis L.
Pareidolie

Warum sehen wir überall ein Gesicht?

Fast alle Menschen sehen in vielen alltäglichen Gegenständen, wie beispielsweise Handtaschen, Gemüse, Autos oder Elektrogeräten, ein Gesicht. Manchmal lacht es, manchmal guckt es traurig und ab und zu auch grimmig. Aber warum ist das so? Warum sieht der Mensch überall Gesichter?

Menschen sehen in Objekten immer wieder Gesichter. Aber warum?
© Internet

Seit den 1950er Jahren ist bekannt, dass der Mensch einen angeborenen Drang besitzt, Strukturen eine Bedeutung zu geben. Dies wird als Pareidolie bezeichnet. Es ist der Grund, warum wir in Steckdosen, Werkzeugen und sogar in Gebäuden immer wieder ein Gesicht, vertraute Wesen oder andere Gegenstände erkennen. (Beispiele: Google Bilder)

Ein gutes und sehr bekanntes Beispiel ist das Marsgesicht. Im Jahr 1976 fotografierte die Raumsonde Viking 1 das Marshochland ¬Cydonia Mensae. Eine der Aufnahmen schaffte es zu internationaler Berühmtheit, denn auf ihr ist ein großes menschliches Gesicht auf dem Marsboden zu erkennen. Wie die NASA damals schon erklärte, handelte es sich dabei um eine optische Täuschung – beruhend auf dem Zusammenspiel von Licht und Schatten. Gut 25 Jahre später zeigten neue Fotos – aus einem anderen Blickwinkel - dass es sich bei dem vermeintlichem Marsgesicht tatsächlich nur um natürliche Felsformationen handelte – die bei einem anderen Beleuchtungswinkel nicht mehr von anderem Geröll zu unterscheiden waren.

Mooney-Gesichter als Beweis für Pareidolie

Der kanadische Psychologe Craig Mooney brachte in den 1950er Jahren den Beweis für den menschlichen Drang und der Fähigkeit, unterschiedlichen Strukturen und Mustern mit Bekanntem zu verbinden. Er veränderte 40 aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommene Porträtfotos in schwer erkennbare schwarz-weiß Muster. Neben den veränderten Porträtfotos mischte er beliebige Fleckenmuster. Trotzdem gelang es den Testpersonen immer wieder ein menschliches Gesicht in den modifizierten Porträtfotos zu erkennen. Diese Bilder sind heute als Mooney-Gesichter bekannt und die Sensibilität für die menschliche Physiognomie wurde in zahlreichen Versuchsreihen immer wieder bestätigt. Interessant ist auch, dass die menschliche Gesichtserkennung nur zu funktionieren schein, wenn die Mooney-Gesichter richtig herum angesehen werden. Verändert man den Winkel um mindestens 45 Grad, so wird es für das Gehirn sehr schwer ein menschliches Gesicht in den schwarz-weiß Bildern ausfindig zu machen.

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