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Von: Dennis L.
Edelmetalle

Warum laufen Edelmetalle wie Gold und Silber an?

Gold, Silber und Bronze, auch ohne von Piraten auf einer einsamen Insel vergraben worden oder an Bord eines gesunkenen spanischen Schatzschiffes in der Karibik zu sein, laufen mit der Zeit an. Aber bei Schmuck und anderen Alltagsgegenständen handelt es sich doch um Edelmetalle, die dies eigentlich nicht tun sollten. Also warum ist das so? Warum laufen Gold und Silber an?

Warum laufen Edelmetalle wie Gold und Silber überhaupt an?
© berwis / pixelio.de

Wer seinen Goldschmuck liebt, der trägt ihn oft und gerne. Aber Schmutz, Seife, Cremes, Parfum, Make-Up und Körperfette hinterlassen ihre Spuren auf dem Goldschmuck. Zudem verlieren die edlen Schmuckstücke nach längerer Tragezeit oft ihren Glanz, werden matt und dunkel. Bei einigen Personengruppen tritt dieses sogenannte „Anlaufen“ beim Tragen von Goldschmuck mit niedrigen Karat-Zahlen, wie beispielsweise 8 kt/333, auf. Als Folge können bei Träger unschöne schwarze Ablagerungen auf Haut oder Kleidung entstehen. Das Anlaufen ist aber nicht auf die Qualität des Schmuckes zurückzuführen. Goldschmuck mit 333er Legierung (333 Anteile Feingold von 1000 Anteilen) läuft an, da die übrigen 667 Teile Metall an der Luft oxidieren. Bei reinem Gold würde dieses Phänomen nicht auftreten. Aber reines Gold ist zu weich für die Schmuckherstellung. Aus diesem Grund wird es mit unedlen Metallen zu einer Legierung gemischt, um eine bestimmte Härte und Farbe zu erhalten. Durch das Zusatzmetall Silber entsteht zum Beispiel eine chemische Reaktion, die meist von schwefeligen Gasen - wie sie etwa in der Luft vorkommen - gebildet werden. So färben Schwefelverbindungen, die auch beim Schneiden einer Zwiebel die Augen tränen lassen, Silber in wenigen Sekunden schwarz. Zusatzbestandteile wie Zink reagieren auf Ammoniak, das in der Haut vorkommt und führen ebenso zum Anlaufen. Erst bei einem Schmuckstück aus 750er Gold mit nur noch 25 Prozent unedlen Anteilen ist die Anlaufneigung extrem gering. Jedoch gibt es 750er Weißgold, das sich in den noch fehlenden 250 Teilen hauptsächlich mit Nickel als farbgebende Komponente ergänzt. Auf Nickel wiederum reagieren viele Menschen allergisch.

Findet man für Silberschmuck im Handel zahlreiche Produkte zur Reinigung, wird man hingegen bei Goldschmuck kaum fündig. Angeboten werden spezielle Tücher zur Goldreinigung, mit denen sich allerdings verschiedenste Kleinteile wie die Stecker von Ohrringen oder auch feingliedrige Ketten nur schlecht reinigen lassen. Etwas teurer ist ein Schmucktauchbad, welches sich auch für Goldschmuck eignet. Es besteht in erster Linie aus anionischen Tensiden sowie Alkalien. Diese chemische Lösung kann sehr aggressiv sein und porösen Schmuck beziehungsweise Steinbesatz auf Goldschmuck stark angreifen. Daher ist sie nur mit großer Sorgfalt und Vorsicht anzuwenden. Sollte Goldschmuck besonders hochwertig sein und Perlen, Bernstein, Juwelen oder Edelsteine enthalten, ist schlussendlich die professionelle Reinigung durch den Fachmann ratsam. Hier bieten Juweliere und Optiker einen Ultraschallreinigungs-Service zu einem kleinen Preis oder gar kostenlos an. Der Online Versandhandel HSE24 bietet zudem in seinem Ratgeber viele weitere nützliche Tipps für die Schmuckpflege zum Nachschlagen an.

Silber richtig reinigen

Mit Silber verhält es sich im Grunde ähnlich. Wer in einem Haushalt mit geerbtem Silberbesteckbesteck oder gar vielen Kronleuchtern aufgewachsen ist, der kennt es sicherlich: Zweimal im Jahr wird Silber geputzt. Der Fachmann kann darüber nur müde lächeln, denn Silberhändler sind das komplette Jahr mit Silberputzen beschäftigt. Fast jeder Silberbesitzer hat meist ein eigenes Rezept, sein persönliches Lieblingsmittel, um seine Silberschätze zu pflegen und Farbe und Glanz zu erhalten.

Es liegt, wie beim Gold bereits erwähnt, an der Verbindung von Silber und Schwefel. Infolge des Schwefelwasserstoffes, der spurenweise in der Luft vorkommt, laufen Silbergegenstände unter Bildung von Silbersulfid schwarz an (man spricht von Oxydation). Schwefel befindet sich auch in verschiedensten Lebensmitteln, mit denen Silbergegenstände (Platten, Besteck, etc.) in Berührung kommen. Nicht nur Eiweiß in Fisch und Eiern, sondern auch Säure in Obst und Getränken, sogar Wein kann Flecken verursachen. Dies war in früheren Zeiten auch der Grund, warum viele silberne Becher und Kannen innen vergoldet wurden. Selbst Salz kann bei Silber zur Korrosion führen. Es entstehen braune, schwarze oder grüne Flecken, die sich wohl, aber recht mühevoll entfernen lassen. Dies wiederum ist der Grund warum Salzstreuer innen vergoldet wurden oder einen Glaseinsatz besitzen.

Mit der Zeit, vor allem wenn ein Silberobjekt unbenutzt offen an der Luft steht – in warmer Heizungsluft schneller als im Sommer – wird es erst leicht golden, dann bräunlich und schließlich dunkel bis schwarz. Mit den Jahren kann sich Silbersulfid zu einer dicken Kruste entwickeln. Je weiter dieser Vorgang fortgeschritten ist, desto schwerer lässt sich die Verfärbung der Oberfläche wieder entfernen.

Die Sache mit der Patina

Wie viel Patina darf oder muss ein Silberobjekt haben? Nun, bei dieser Frage scheiden sich die Geister und die Experten streiten sich. Zwischen einem, vom Profi hochpolierten Silbergegenstand, der mittels moderner Maschinen makellos, wie neu und damit auch etwas seelenlos aussieht und einem vernachlässigten und unansehnlich schmutzigen Teil gibt es gewaltige Zwischenräume. Ein Blick in die Museen mit bedeutenden Silbersammlungen oder Sonderausstellungen zeigt dennoch die Richtung. Bei einem Besuch im Maximilian Museum in Augsburg zum Beispiel, in dem ganze Schätze bedeutender Exponate von Augsburger Silberschmiede aus den letzten Jahrhunderten - von Tafelsilber bis Kirchensilber – ausgestellt sind, fällt sofort auf, wie gepflegt, wie sauber und glanzvoll jedes einzelne Teil in seiner Vitrinen steht. Auch bei der Sonderausstellung „Trinkgefäße" der Oetker Sammlung, die in München und im Grünen Gewölbe in Dresden zu bewundern war und Trinkgefäße der Edelschmiedekunst aus Renaissance und Barock zeigte, war bemerkenswert, wie perfekt und auf Hochglanz die antiken Silberteile geputzt waren – ohne das ihnen den Charme ihres Alters genommen wurde. Hier zeigt sich deutlich die geübte Hand von Kuratoren und Restauratoren, sowie professionellen Silberhandwerkern.

Silber will in gewissem Maße eben geputzt sein. Dabei dürfen Gebrauchsgegenstände – die Teekanne, die täglich benutzt wird, der Flachmann der auf jeder Hochzeit in die Innentasche des Jacketts gehört – auch Gebrauchsspuren zeigen: Kleine Flecken, Fingerabdrücke, ein beginnender Gold- oder Kupferschimmer. Irgendwann wird es jedoch Zeit dem Prozess zur Schwärze Einhalt zu gebieten.

Zur Reinigung von Edelmetallen, sei es die Münzsammlung, Omas Silberbesteck, der Kronleuchter, der zwei Weltkriege überstanden hat oder die Schützenorden verflossener Familienmitglieder, die sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, bis zum Erbschmuck geliebter Tanten, im Internet und in „analogen“ Quellen finden sich zahlreiche Möglichkeiten und Vorschläge. Ob Sie bei Ihrem Gold- oder Silberschmuck nun selbst Hand anlegen oder eine professionelle Reinigung bevorzugen, liegt bei Ihnen. Aber von Zeit zu Zeit muss selbst das teuerste und edelste Schmuckstück gereinigt werden.

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